Sport ist Mord

Zwei Uhr mittags: Trotz der für Rockstars unchristlichen Uhrzeit klingt Jon Larsen am Telefon wach und ausgeruht. Der Drummer von Volbeat sitzt in einem kanadischen Hotelzimmer und erzählt in gewohnt trockener Art von seinen Plänen, irgendwann bei den Beatles einzusteigen. Vorausgesetzt, Paul McCartney ruft zuerst an.



von Philipp Lage


DH!!: Jon, wie viele Drumsticks gehen während eines Volbeat-Konzerts drauf?
Jon Larsen: Ich bin keiner, der viele Drumsticks kaputtmacht. Natürlich passiert das hin und wieder, aber nicht sehr häufig. Andernfalls wäre das auch ziemlich teuer [lacht]. Ich glaube, dass mein Rekord bei drei zerbrochenen Stöcken während einer Show liegt. Aber an diesem Tag hatte ich wahrscheinlich einfach schlechte Drumsticks erwischt. Ich verwende auch ziemlich robuste Modelle. Trotzdem zerbricht von Zeit zu Zeit mal eins.  


Momentan seid ihr mit eurem Album „Seal the Deal & Let’s Boogie“ auf Tour. Wie gefallen den Leuten die neuen Songs?
Bei den meisten Songs springt der Funke sehr gut über. Momentan befinden wir uns aber noch in der Testphase: Teilweise funktionieren Songs in bestimmten Gegenden besser als in anderen.


Interpretierst du deine Schlagzeug-Parts live anders, als sie auf dem Album zu hören sind?
Eigentlich nicht. Über weite Strecken spiele ich bei Konzerten das Gleiche wie auf den Alben. Aber natürlich sprechen wir von der Live-Situation: Ich mache bestimmte Dinge wahrscheinlich anders als im Studio. An manche Parts kann ich mich auch nicht erinnern. Wenn ich mir dann später das Album anhöre, fällt mir auf: „Oh, so hab ich das also gemacht.“ Ich finde es einfach langweilig, immer und immer wieder die gleichen Sachen wie auf dem Album zu spielen. Daher füge ich bestimmte Parts hinzu oder lasse andere weg.


Hast du im Vergleich zu den älteren Alben etwas an deinem Spiel geändert?
Während der letzten zwei Alben habe ich mich immer mehr darauf konzentriert, was die anderen Bandmitglieder spielen. Ich habe mich also davon gelöst, immer überall sein und irgendwas Schlaues und Ausgefallenes spielen zu wollen. Wenn etwas nicht zum Song passt, warum sollte man es dann spielen? Einige Leute haben angemerkt, dass das Drumming auf dem neuen Album vereinfacht worden sei und anonym klinge. Aber es ist nun mal nicht mein Solo-Album.


Hast du in letzter Zeit viel mit neuem Equipment experimentiert?

Wir haben im Großen und Ganzen das gleiche Equipment verwendet, das wir seit jeher nutzen. Im Studio haben wir verschiedene Snaredrums ausprobiert oder leichte Änderungen bei der Becken-Konfiguration vorgenommen. Aber das Grund-Setup ist das gleiche wie immer.

Während der Studioarbeiten verstarb überraschend Brandon Lee Carlisle, Drummer der mit euch befreundeten Punkband Teenage Bottlerocket. Daraufhin habt ihr eine Coverversion ihres Songs „Rebound“ auf das Album genommen. Hast du dich dabei vollkommen an Brandons Spiel orientiert?
Mehr oder weniger. Der Song ist als Tribut an Brandon und die Jungs gedacht. Er war ein alteingesessener, handfester Punkrock-Drummer. Es gibt keinen Grund, warum man bei „Rebound“ etwas anderes versuchen sollte. Wir haben so etwas wie ein Intro hinzugefügt und das am Ende noch mal wiederholt, aber das wars auch schon. Wir hatten es diskutiert und wollten es eigentlich genau so machen wie die Jungs. Die Idee mit dem Intro kam dann spontan. Aber ich habe so zu spielen versucht wie Brandon.


Man sieht dich des Öfteren in T-Shirts mit dem Logo der Ramones. Zählt die Band zu deinen Idolen?
Anfangs war das nicht so. Aber seit ich mich mit den Ramones beschäftige, sind sie definitiv zu einem großen Einfluss geworden. Ich bin mit den Metal-Drummern der alten Schule wie Lars Ulrich, Dave Lombardo oder Jürgen „Ventor“ Reil von Kreator aufgewachsen. Sie sind nun mal großartig. Aber bei den Ramones ist vom Schlagzeug über Bass und Gitarre bis hin zum Gesang alles sehr vereinfacht, was ich ziemlich cool finde. Es ist wirklich schwer, diese Einfachheit während einer Show mit 35 oder 40 Songs durchzuhalten. Ich glaube nicht, dass viele Leute das können. Tommy hat damit angefangen und hatte damit auch großen Einfluss auf die anderen Ramones, aber Marky hat das Schlagzeugspiel der Band perfektioniert. Er war damals eine Maschine.


Apropos: Geht es beim Schlagzeugspielen nur um Muskelkraft und Ausdauer? Oder auch um Musikalität?

Ich glaube, dass es ein bisschen von beidem benötigt. Je härter man auf eine Trommel schlägt, desto besser klingt sie. Daher braucht man einfach ein gewisses Maß an Kraft.


Hältst du dich dafür auf Tour mit Sport fit?
Nein. Aber spiel’ mal anderthalb Stunden lang ‘ne Volbeat-Show, das reicht als Training. Ich versuche einfach, so viel Schlaf wie möglich zu kriegen.


Wärmst du dich vor den Konzerten auf?
Früher konnte ich ohne Aufwärmen auf die Bühne gehen. Aber jetzt werde ich älter. Daher dehne ich vor der Show meine Beine und Arme und spiele ein bisschen auf meinem Übungs-Pad. Das kann zwischen fünf und 15 Minuten dauern, abhängig davon, wie sehr …

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