Rimshots auf den Racktoms

Gleich hinter den Drums zweier Legenden zu sitzen, ist den Wenigsten vergönnt: Mike Bordins Grooves trugen den ­legendären Crossover von Faith No More aus Hardrock, Funk und einer Prise Hip-Hop zu Weltruhm. Und dann kam Oswald Osbourne …



von Gerwin Eisenhauer


DH!!: Mike, wie unterscheiden sich Gigs mit Ozzy und Faith No More?
Mike Bordin: Oh, wow, das war ein riesiger Unterschied. Faith No More waren eine Band, die ich zusammen mit Mike Patton und meinen Freunden gegründet habe. Unser gemeinsames Baby. Und natürlich wollten wir dieses Baby großziehen. Es ging um unsere Musik, unseren Sound. Aber um das zu schaffen, muss man sich als Musiker auch um Sachen kümmern wie Tourneen, Gigplanung oder Plattenfirmen-Business. All das, was eben jeder macht, der eine eigene Band hat und will, dass sie gehört und wahrgenommen wird. Vor allem am Anfang haben wir alles allein gemacht. Ich habe die Vorverkaufszahlen bei den Tickets gecheckt und lauter solches Zeug. Es ging um so viel mehr als nur Schlagzeugspielen und Musik.


Und wie lief das bei Ozzy?
Bei Ozzy war das etwas komplett anderes. Hier saß ich an den Drums, und mein Job war es, einfach so gut zu spielen, wie ich konnte. Ganz klar: Natürlich wollen die Fans von Ozzy die Songs auch so hören, wie sie diese von den Platten kennen. Bei Faith No More war ich derjenige, der die Drumparts kreierte, bei Ozzy haben das andere Schlagzeuger vor mir gemacht. Aber es war kein Problem, weil ich fast jeden Song seit meiner Jugend in und auswendig kannte. [lacht] Und wenn man beispielsweise „Paranoid“ mit Ozzy auf der Bühne spielt, wird der Song auch irgendwie zu deinem eigenen Song.


Von Faith No More werden gerade zwei legendäre Alben wiederveröffentlicht: King for a Day und Album of the Year. Wenn du die Platten heute hörst, denkst du dir dann manchmal Sachen wie: „Ach, das hätte ich heute vielleicht anders gespielt“ oder „Hier hätte ich eventuell kein Fill mehr gesetzt“?

Ich sehe es so: Es war das Beste, was ich zu diesem Zeitpunkt spielen konnte, als wir die Songs genommen haben. Und prinzipiell glaube ich, dass es für jeden wichtig ist, wenn er sich irgendwann einfach sagt: So ist das Stück, so klingt es, und so ist es jetzt auch gut! Wichtig ist, dass man das Beste gegeben hat. Wenn ich heute die Nummern live trommle, spiele ich sie natürlich jeden Abend ein kleines bisschen anders, schon um die Sache für mich spannend zu halten.


Es gibt drei typische Mike-Bordin-Markenzeichen: Einmal die komplett flach aufgebauten Toms, deine Open-Hand-Technik und die mächtigen Kessel …

Nun, ich bin Linkshänder und spiele auf einem Rechtshänder-Set. Das bedeutet für mich schon prinzipiell, dass ich meine eher schwachen Seiten besonders trainieren musste. Und dank der Open-Hand-Technik kann ich dadurch, dass ich den Backbeat mit rechts spiele, auf einem Rechtshänder-Set mit ungleich mehr Druck spielen. Die großen Drums kommen aus einer Zeit, als wir noch in kleinen Clubs spielten, wo das Schlagzeug nicht immer mikrophoniert wurde. Da war es gut, große Trommeln zu haben, die sich durchsetzten, ohne dass man sich die Hände blutig spielen musste. Und ja, die flachen Toms: Danach werde ich praktisch immer gefragt! [lacht] Es ist eigentlich ganz einfach: Durch den flachen Aufbau der Toms funktioniert es wunderbar, auch auf den Toms Rimshots zu spielen, was ich sehr mag. Es gibt dem Tomsound eine zusätzliche perkussive Note. Eben den Mike-Bordin-Tomsound!


Weißt du, welchen berühmten Drummer du mit diesem Aufbau inspiriert hast?

Ehrlich gesagt: Ich habe keine Ahnung.


Travis Barker von Blink 182 hat uns vor ein paar Jahren erzählt, dass er immer ein großer Fan von dir war und es liebt, genauso wie du seine Toms komplett flach zu spielen.
Oh, das wusste ich nicht. Wow, das ist echt supercool! Er ist ein phantastischer Drummer!


Du hast mittlerweile die 50 überschritten. Hat sich dadurch etwas für dich geändert? Hast du eine bestimmte tägliche Übungsroutine?
Nicht wirklich. Vielleicht spiele ich jetzt etwas ergonomischer, achte ein wenig mehr auf Pausen, Schlaf und die richtige Ernährung. Was das Üben betrifft: Um ganz ehrlich zu sein: Ich bin ...

 

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