Special Hybrid Drums

Das Thema Hybrid Drums ist längst nicht so neu, wie man meinen könnte. Schon früh experimentierte man mit Triggern, und bereits Ende der 1980er sah man immer öfter Schlagzeuger, die meist ­acht­eckige E-Pads in ihr akustisches Setup integrierten. Damals ­zählten sie eher zu den Exoten. Heutzutage sind hybride Schlagzeuge ­willkommener Standard.

 

 


Klöppel oder Knüppel?



@Manuel Knigge


Warum sollte man sich als Drummer überhaupt mit dem Thema Elektronik beschäftigen, wenn man doch schon ein vernünftiges und gut klingendes Drumset besitzt? Die Gründe hierfür können vielfältiger Natur sein. Stellt euch beispielsweise vor, ihr spielt mit einer vielgebuchten Coverband und wollt mehr Soundvielfalt. Die Songs von Genesis sollen mehr nach 80er klingen und für die Black Eyed Peas wollt ihr einen klassischen, elektronischen TR808-Bassdrum-Sound. Oder aber ihr spielt mit einem Singer-Songwriter und seid es leid, immer drei Extra-Gigbags mit Percussion-Instrumenten zum Gig zu schleppen. Ihr wollt viel lieber alle Percussion-Sounds die ihr braucht in einem kompakten Gerät mitnehmen. Oder aber ihr spielt in einer Metal-Band und wollt mehr Attack für eure Kickdrum. Oder aber ihr spielt HipHop und ...
Um aus eurem akustischen Set ein Hybrid-Kit zu machen könnt ihr es mit unterschiedlichen Komponenten erweitern.
Trigger bekommt ihr in unterschiedlichen Varianten. Aber was genau ist eigentlich ein Trigger? Im Grund genommen funktioniert ein Trigger ähnlich wie ein Mikrofon. In einem stabilen Gehäuse, das sich in der Regel mit einer Stellschraube stabil am Rim einer Trommel befestigen lässt, befindet sich ein Sensor, der durch die Schwingung der Felle angeregt wird. Solche Piezo-Elemente findet man übrigens auch in akustischen Gitarren als Tonabnehmer. Schlagt ihr jetzt eure Trommel an, wird das Fell damit zum Schwingen gebracht, und durch die Bewegung wird in dem Sensor ein elektrischer Impuls ausgelöst. Dieser kann jetzt an ein Steuergerät übertragen werden, wie zum Beispiel das Yamaha DTX502 oder das Roland TD11, wo er dann in einen Sound umgewandelt wird. Mit Triggern lassen sich akustische Drumsets auch komplett „elektrifizieren“. Dazu müssen lediglich die Schlagfelle gegen sogenannte Meshheads ausgetauscht werden, dann ist geräuschloses Üben auch auf einem Akustikset möglich. Übrigens: Yamaha hat auch Trigger im Programm, die ohne klobiges Gehäuse daherkommen. Hier werden die Piezo-Sensoren direkt auf das Fell geklebt, wodurch die Trigger optisch unscheinbarer sind.
Statt die eigenen Trommeln elektronisch zu triggern, lassen sich alternativ auch elektronische Drum-Pads in das konventionelle Setup integrieren. Als Side-Snare oder zwischen den Toms kann man mit allen erdenklichen Sounds sein Drumming aufwerten. Im R’n’B und Gospel  werden zum Beispiel gerne Clap- oder Snap-Sounds verwendet. Oder habt ihr eure Toms schon mal mit Bongos erweitert? Aber auch Kick-Pads lassen sich prima integrieren. So könnt ihr zum Beispiel mit dem Fuß einen weiteren Bassdrum-Sound triggern oder etwa eine Cowbell spielen. Im Metal kommt es immer häufiger vor, dass die Bassdrum komplett durch ein elektronisches Kick-Pad ersetzt wird. Zur optischen Aufwertung stehen dann aber meist trotzdem ein oder zwei akustische Bassdrums auf der Bühne. Eine echte Bassdrum sieht nun mal einfach schicker aus.
Mit dem Octapad stellte Roland 1985 eine neue Form elektronischer Drum-Module vor: Ein Modul, das mit acht spielbaren Triggerpads ausgestattet ist und somit auch ohne zusätzliche Trigger oder Drum-Pads auskommt. Damit lässt sich das akustische Drumset ganz einfach um elektronische Sounds erweitern. Heutige Vertreter sind zum Beispiel das Roland SPD-SX oder das Yamaha DTX-Multi 12. Diese beiden haben zudem den Vorteil, dass sie auch Anschlussmöglichkeiten für Trigger, Hi-Hat-Controller und Drum-Pads bieten. So ließe sich das Setup neben den im Gerät integrierten Triggerpads auch noch um beispielsweise eine elektronische Hi-Hat erweitern.
Um euch eine Idee zu geben, wie so ein Hybridsetup aussehen kann, habe ich drei verschiedene Setup-Varianten getestet:

Das Einsteiger-Schlagzeug

Manchmal braucht es gar nicht viel. Wer mit seinem Drumsound an sich zufrieden ist, und lediglich ab und zu mal ein paar Clap- oder Percussion-Sounds oder simple Loops abfeuern können will, für den tut es wahrscheinlich ein kleines Sample-Pad. Wer noch dazu nicht tief in die Tasche greifen will oder kann, der ist mit dem Alesis Sample Pad 4 bestens bedient. Diese kleine Wunderwaffe bietet vier Triggerpads, einen Dualtrigger-Anschluss für ein weiteres Pad oder einen Drumtrigger sowie einen USB-Anschluss. Über SD-Karte lassen sich dann außerdem eigene Sounds und Samples in das Gerät laden. Für einen ersten Einstieg in die Welt der hybriden Drums sind die Funktionen des Pads mehr als ausreichend, und das für relativ wenig Geld.

Die akustische Erweiterung

Diese Variante ist vor allem für Schlagzeuger interessant, die soundtechnisch flexibel sein wollen. Hier wird jede einzelne Trommel mit einem Trigger ausgestattet. Zu beachten gilt es hier, dass es jeweils unterschiedliche Trigger für Kickdrum, Snare und Toms gibt, da eine Bassdrum etwa größere Rims hat. Einzige Ausnahme sind Trigger, die direkt auf das Fell geklebt werden. Über ein angeschlossenes Soundmodul lässt sich jetzt jede einzelne Trommel mit Sounds belegen. Verfügt man über Dual-Trigger, so erkennt das Modul sogar, ob man das Fell oder den Rand der Trommel spielt – also auch Rim-Shots. Alternativ kann man den Rand mit einem anderen Sound belegen, beispielsweise ein Tamburin auf den Rand der Snare. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.
Zusätzlich zu den Triggern lässt sich das Setup beliebig mit Drum-Pads erweitern, je nachdem wie viele  ...

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