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Weit mehr als Einsteigerklasse - Sonor AQX Stage Set Red Moon Sparkle

Anfang 2021 vorgestellt, soll die AQX-Serie von Sonor nicht nur besser klingen, sondern mit funkelnden Finishes und besonderen Features auch optisch über die Masse der Einsteiger-Kits am Markt hinausragen. Wir hören und schauen mal genau hin, was es mit den Neuheiten aus dem Hause Sonor auf sich hat.

Die zum Test vorliegende Stage-Konfiguration setzt sich aus einer 22x16-Zoll-Bassdrum, 10x7 und 12x8 Zoll großen Racktoms, einem 16x15-Floortom und einer 14x5,5-Zoll-Snaredrum zusammen. Dazu gibt es das Hardware-Paket HW1000 und ein Beckenset bestehend aus B8-Bronze-Becken. Die Kessel werden zu 100 Prozent aus Pappelholz gefertigt und die drei Folien-Finishes Blue Ocean, Black Midnight und Red Moon sind allesamt in Sparkle-Optik gestaltet und vollflächig verklebt, sodass keine Blasenbildung entstehen kann. Besondere Wertigkeit vermitteln die Spannböckchen, die auch bei den höherklassigen AQ-Serien von Sonor verwendet werden. Übrigens gibt es die AQX-Serie noch in der alternativen Konfiguration Studio oder auch als reines Kessel-Set in kompakten Jazz-, Jungle- und Micro-Versionen.

Hardware
Sonor ist bekannt für solide Hardware und das vorliegende Hardware-Paket der 1000er-Serie erfüllt professionelle Zwecke. Die Teile sind sowohl für den Einsatz zuhause als auch für den raueren Bühnenalltag geeignet. Die beiden Racktoms werden auf dem DTH-2000 Doppel-Tomhalter montiert, der in die Bassdrum-Rosette gesteckt wird. Zwei Beckenstative gibt es mit jeweils einfacher Auszugsmöglichkeit. Der eine verfügt zudem über einen ausfahrbaren Galgen (CBS 1000), der sich um 360 Grad drehen lässt, und eignet sich bestens zum Einstellen des Chrash-Beckens. Der andere ist ein gerades Stativ ohne Galgen (CS 1000), der für das Ride-Becken gedacht ist. Ein SS-1000 Snaredrum-Stativ sowie ein SP-1000 Bassdrum-Pedal decken alle Notwendigkeiten zum Setup ab. Darüber hinaus ist natürlich eine Hi-Hat im Lieferumfang enthalten. Die HH-1000 hat drehbare Beine, was den einfachen Einsatz eines Bassdrum-Doppelpedals ermöglicht. Besonders sind die doppelstrebigen Beine aller Hardware-Komponenten, die für einen sicheren Stand sorgen. Die Floor-Tom-Beine sind ausreichend lang, dass auch große Menschen das Floortom auf eine zum Körper passende Höhe bringen können. Die zum AQX gehörende Hardware ist auch getrennt als Hardware-Kit namens HW-1000 oder in einzelnen Komponenten erhältlich.

Kessel und Becken
Bei der AQX-Serie werden neun Lagen Pappelholz verarbeitet, das als vergleichsweise weich einzustufen ist und damit eine klangliche Alternative zu den Hölzern Ahorn und Birke darstellt, die in höherklassigen Kits verarbeitet werden – jedoch keineswegs für minderwertig gehalten werden sollten. Diese Medium-Kessel mit einer mittelmäßigen Stärke von 7,2mm haben echte Allround-Eigenschaften und bieten gleichermaßen gute Resonanz, Ansprache und Lautstärke. Die werksseitige Fellbestückung umfasst einlagige Felle von Remo mit Sonor-Aufschrift. Die Bassdrum verfügt über ein vorgedämpftes Fell, das kaum Dröhnen oder Wummern im Klang der Kick zulässt. Die Becken haben die Größen 20 Zoll (Ride-Becken), 16 Zoll (Crash) und 14 Zoll (Hi-Hat).

Praxis und Klang
Nach dem Auspacken aus den zwei Kartons, war ich von der optischen Qualität angetan. Ich habe selten ein so gut verarbeitetes und schickes „Einsteiger“-Kit gesehen und auf den ersten Blick sieht die AQX-Serie den höheren AQ1 und AQ2 Serien zum Verwechseln ähnlich. Sowohl die Sparkle-Optik als auch die edlen Sonor-Spannböckchen vermitteln eine hohe Wertigkeit. Somit werden sicherlich auch fortgeschrittene Drummer auf die AQX-Serie aufmerksam werden. Besonders gefällt mir die Wahl der Kesseltiefen, die etwas kürzer als der Durchschnitt ausfallen, mit beispielsweise 16 Zoll Tiefe bei der Kick oder 7 Zoll beim Racktom. Dadurch ist der Klangcharakter zum einen etwas artikulierter und präziser und zum anderen punchiger und offener. Das harmoniert bestens mit den Klangeigenschaften der gewählten Holzart Pappel, da dieses Holz etwas mehr Bässe und damit Punch, gleichzeitig ausgeprägte Höhen und damit verbundenen Attack bewirkt. Hier hat man also mit einfacher Verarbeitung für gute Klangeigenschaften eine vorteilhafte Wahl getroffen. Klanglich kann mich das Kit direkt überzeugen, ohne dass ich es überhaupt erst stimmen müsste. Greift man zum Stimmschlüssel, so kann das Schlagzeug sowohl in den höheren Registern und Jazz-Stimmungen begeistern als auch tiefere Rock-Stimmungen solide abliefern. Sämtliche Stimmungen werden in den Tune-Safe-Böckchen sicher gehalten. Die AQ Tune-Safe-Böckchen sind ein besonderer Mehrwert für ein Einsteiger-Kit. Schließlich sollte gerade bei Schlagzeug-Beginnern Stimmstabilität gewährleistet sein, da nur die Wenigsten in den ersten Jahren schon schnell und sicher stimmen können. Die Holzsnare reagiert sehr sensibel auf Rolls und Ghost-Notes. Gleichzeitig sind die Rim-Shots fett, punchig und laut. Stimmungen von hoch bis tief sind möglich, sodass man alle Facetten von Slipknot-typischen „high-pitched“ Klängen bis hin zu Motown-Low-End-Sounds erzielen kann. Das deutet darauf hin, dass das Kit für verschiedene musikalische Situationen sehr gut  funktioniert. Lauteres und aggressiveres Spiel kann der Hardware nichts anhaben: Die Bassdrum und die Stative bleiben in Position. Die Pedale sind sehr leichtläufig und speziell das Bassdrum-Pedal ermöglicht einerseits druckvolle „Four-On-The-Flour-Beats“ und andererseits schnelle und virtuosere Passagen. Die Becken klingen gut und bieten eine solide Basis für die ersten Spieljahre. Die niedrigste Qualitätsstufe, auf der üblicherweise Messingbecken gereicht werden, überspringt Sonor und stattet den Anfänger direkt mit höherwertigen B8-Scheiben aus.

Fazit
Sonor setzt mit der AQX-Serie ein sehr starkes Zeichen im Bereich der Einsteiger-Kits und liefert Features, die sonst nur in höherklassigen Serien geboten werden. Die gesamte Verarbeitung aller Komponenten ist hochwertig und gerade die doppelstrebige Hardware macht das Equipment so richtig road-tauglich. Das Kit ist für Jamsessions mit der eigenen Band, aber auch für Schul- oder Musikschulkonzerte eine super Wahl, weil es sehr guten Klang, tolle Optik und Stabilität für einen günstigen Preis vereint. Die edle Optik erinnert an Verarbeitungsqualitäten höherer Mittelklasse-Kits. Das vermitteln vor allem die für Sonor typischen Spannböckchen, die gleichzeitig sehr gute Stimmsicherheit liefern, was der Zielgruppe Einsteiger entgegenkommt. Der Klang hat genug Pfund und Low-End und gleichzeitig eine sensible Ansprache, sodass auch schnellere Spielpassagen sich deutlich durchsetzen können. Sonor bietet ein Einsteiger-Kit mit besonderen Features, grandioser Optik und hoher Verarbeitungsqualität. Absolute Kaufempfehlung!
› Tobias Mertens

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