Altbewährtes mit WOW-Effekt

Seit sage und schreibe 36 Jahren bedient Nicko McBrain die Schießbude bei den Metal-Ikonen von Iron Maiden. Seinem gewaltigen, 
elfteiligen Setup hält er auch auf der aktuellen Legacy of the Beast World Tour eisern die Treue. Warum das so ist und wie er es schafft, seine Fans nach all den Jahren immer wieder aufs neue zu überraschen, hat uns das älteste und zugleich (nach eigenem Bekunden) bestaussehende Maiden-Mitglied im Interview erzählt.

 

DrumHeads!!: Das neue Drumkit mit Kathedralen-Optik und den Eddie-Konterfeis vergangener Maiden-Alben sieht sensationell aus. Hat sich außer dem Artwork im Vergleich zu den vergangenen Touren an deinem Set etwas verändert?

Nicko McBrain:

 Der Kesselsatz ist ein Sonor SQ² medium, aus neunlagigem Buchenholz. Was die Größe anbelangt, ist es dieselbe Konfiguration, die ich seit 1986 spiele. Angefangen bei der 6x8-Zoll-Tom, welche die einzige nicht-quadratische Trommel ist. Und dann geht es weiter mit 8, 10, 12, 13, 14, 15 und 16. Die Floor-Tom ist 18x18 und die Bass Drum 24x18. Dazu die 14x5-Zoll Snare. Die Kessel sind identisch zu denen auf der Book-of-Souls-Tour. Ich habe das Artwork bereitgestellt. Dazu musste mir Sonor aber erst die exakten Abmessungen geben, denn die Kesselmaße bei Sonor entsprechen in Millimetern nicht einer regulären Trommel in Zoll. Der Umfang ist etwas kleiner. Sie gaben mir also die ganzen Maße, ich habe mich um die Abzüge gekümmert und Thomas Barth von Sonor hat dafür gesorgt, dass alles passt. Zehn Trommeln hat er genau hinbekommen, eine nicht. Das ist ein guter Schnitt! Auf der 16-Zoll-Tom ist der Eddie etwas schief. Es war ein Puzzlespiel aber sie haben einen phantastischen Job gemacht! Auch bei der Hardware. Ursprünglich war der Plan, alles in schwarzem Chrom zu halten. Das ist aber sehr teuer – teurer als eine 24-Karat-Vergoldung. Und obendrein ist es natürlich ein langwieriger Prozess! Man muss die Hardware in ein zusätzliches Säurebad tauchen und es ist sehr schwer, jemanden zu finden, der das umsetzen kann. Dafür hatten wir nicht genug Zeit. Also hatte Sonor die Idee zu der wunderbaren Smoked-Chrome-Variante, die das Drumkit und das ganze Artwork noch einmal deutlich hervorstechen lässt und noch ein wenig edler macht.

 

DH: Die 6-Zoll-Tom ist eine eher ungewöhnliche Trommel und wird von Sonor regulär gar nicht angeboten. Was ist die Geschichte dahinter?

 

Nicko: Nun ja, ich habe schon immer ein elfteiliges Drumset gespielt. Das war die Konfiguration der XK-9212-Serie, die 1975 heraus kam. Ein Konzert-Racktom-Set mit einer 6-und-8-Bongo im Prinzip (lacht). Neunlagiges Buchenholz, aber sehr dick und deshalb wie die zwölflagigen Heavy-Shells heutzutage. Mit diesem Setup habe ich also 1976 angefangen und seitdem ist es dabei geblieben. Als ich zu Premier gegangen bin, mussten die auch eine 6er machen. Zum Ende meiner Zeit dort haben sie dann aufgehört, diese Toms zu produzieren. Als ich dann zurück zu Sonor bin, hat Karl-Heinz (Menzel, ehem. Geschäftsführer, d.Red.) erst einmal tief durchgeatmet. „Nicko, du weißt schon, dass wir keine 6-Zoll-Trommeln mehr machen“, meinte er. Und ich habe erwidert: „Dann wird sich das wohl ändern müssen!“ (lacht) Meine Beziehung zu Sonor ist wirklich großartig und es hat sich toll angefühlt, zurück zu kommen. Obwohl ich 1992 oder 1993 meine Zusammenarbeit mit ihnen beendet habe und für 22 Jahre weg war, fühlte es sich an, als wäre ich nie weg gewesen. Es sind auch noch viele Leute von früher dort. Der jetzige Produktionsleiter war damals in den 80ern ein einfacher Laufbursche.

Jedenfalls sagte Karl, dass sie mir schon einen 6-Zoll-Kessel auftreiben werden. Ich glaube, dass sie den sogar irgendwo anders anfertigen lassen mussten, weil sie Kessel

presse gar nicht mehr haben (Anm. d. Red.: die kleinste Kesselpresse von Sonor startet erst ab 8 Zoll Durchmesser. Bei Nickos 6-Zoll-Kessel handelt es sich nicht um eine herkömmliche Konstruktion aus einzelnen Lagen, sondern um einen gewickelten Kessel aus einer dünnen Lage Holz.....

 

Den Kompletten Bericht findet ihr in der aktuellen Drumheads!!-Ausgabe 6/18