Gearcheck: André Kvarnström (Blues Pills)

Mit den Blues Pills ist Schlagzeuger André Kvarnström derzeit auf dem Weg zum Weltruhm. Für ein kurzes Gear-Interview hatte der Retro-Rocker aber Zeit.

Drumheads!!: André, erzähl uns doch mal was über dein Schlagzeug ...
André Kvanström: Es handelt sich um ein altes Ludwig-Drumset aus den Siebzigern. Ich habe es gebraucht von einem Typen in Schweden gekauft. Als ich es im Internet gesehen habe, dachte ich nur: „Das muss ich haben!“ Ich wollte schon immer ein altes Schlagzeug, das so klingt und aussieht wie die in den Sechzigern und Siebzigern. Das Set habe ich übrigens zweimal dabei: einmal in einem „Black Oyster“- und einmal im „Sky Blue Pearl“-Finish.

Welche Snaredrum spielst du zu diesem Set?

André Kvanström:Das ist eine Ludwig Super Sensitive. Die finde ich ziemlich cool, weil der Snareteppich länger ist als bei normalen Snares. Er wird nicht, wie normalerweise üblich, auf dem Fell gespannt, sondern über einen Metallstreifen direkt auf der Abhebung. Dadurch sitzt er bombenfest.

Du verwendest Becken von Paiste. Welche genau?

André Kvanström: Ich spiele Giant Beats. Eine 15-Zoll-Hi-Hat und ein 20-Zoll-Crash. Das 22-Zoll-Ride ist ja eigentlich auch ein Crashbecken. Paiste hat mir einen Endorsement-Deal angeboten. Es ist wirklich gut, mit ihnen zu arbeiten. Wenn ein Becken kaputtgeht, schicken sie ein neues. Außerdem habe ich dadurch immer Ersatzbecken dabei.

Deine Trommeln sind – vor allem im Vergleich zu den Becken – sehr tief positioniert.

André Kvanström: Der Aufbau meines Sets ändert sich fast jeden Tag. Daran werde ich wahrscheinlich mein Leben lang tüfteln [lacht]. Aber es stimmt, ich behalte gerne den Überblick und arbeite mit dem ganzen Arm.

Du hast deine Becken- und Tom-Ständer am Boden festgeklebt. Rutschen sie dir oft weg?
André Kvanström: Ich spiele seit jeher sehr kraftvoll, wodurch sich alles bewegt. Auf einem Riser rutscht das ganze Set ohnehin noch mehr. Außerdem ist das Tape eine psychologische Maßnahme: Ich weiß einfach, dass das Schlagzeug sich dadurch nicht bewegt.

 
 

Die Becken werden bei dir nur von unten mikrofoniert. Hat das einen bestimmten Anlass?
André Kvanström: Ich mag das lieber auf diese Weise. Wenn du mit Overheads arbeitest, stehen die Stative immer im Weg und es besteht wieder das Risiko, dass sich alles verschiebt.

Welche Drumsticks nutzt du?

André Kvanström: Ich bin inzwischen bei Drumsticks der schwedischen Marke Wincent gelandet. Ich habe mal Promark-Sticks gespielt, unter anderem das Signature-Modell von Ringo Starr. Leider stellen sie das nicht mehr her, daher musste ich wechseln. Bis vor kurzem nutzte ich die Wincent 7AXL, experimentierte aber auch mit normalen 7A-Modellen und bin mittlerweile bei 5A angekommen. Allerdings habe ich die anderen Größen weiterhin auf Tour dabei und nutze sie auch ab und zu.

Du nutzt ein Bassdrum-Pedal von Pearl?
André Kvanström: Genau, ich verwende ein Eliminator-Pedal. Ich habe schon immer auf Pearl-Pedalen gespielt. Sie sind leicht und haben einen guten Rebound. Sie passen einfach zu meinem Stil. Andere Pedale waren mir oft zu schwer.

Du montierst dein Racktom auf einem Snare-Ständer, obwohl deine Bassdrum über eine Rosette für Tomhalterungen verfügt. Aus Vintage-Gründen?

André Kvanström: Ehrlich gesagt habe ich einfach die entsprechende Schraube verloren [lacht]. Außerdem habe ich das Set ohne die passende Tomhalterung gekauft. Ich habe auch gehört, dass das alte Zeug auf Tour gerne kaputt geht. Und wenn du unterwegs bist, findest du nicht überall Ersatzteile.

Kommen wir zu deiner Fell-Auswahl ...
André Kvanström: Ich verwende Remo-Felle. Ich mag die Ambassadors. Sie sind nicht zu dick, daher kannst du eine sehr offene Stimmung erreichen. Auf die Bassdrum habe ich heute allerdings ein Emperor gespannt.


Equipment André Kvarnström (Blues Pills)

DrumsLudwig Pro-Beat
(Black Oyster beziehungsweise Sky Blue Pearl)
24 x 14” Bassdrum,
13 x 9” Racktom,
16 x 18” Floortom, 
14 x 5” Ludwig Super Sensitive Snare
BeckenPaiste Giant Beat
20” und 22” Crash-Ride, 15” Hi-Hat
DrumsticksWincent 5A
HardwarePearl und DW; Pearl Eliminator Pedal