Interview: Benny Greb über sein Album Grebfruit 2

Heute veröffentlicht Benny Greb sein neues Soloalbum Grebfruit 2. Wir haben mit dem deutschen Schlagzeuger vorab über das Album gesprochen.


Das Konzept hinter Benny Grebs Album Grebfruit 2 ist ein besonderes: der Schlagzeuger vereint auf der Platte sein virtuoses Drumming mit vielschichtigen A-Cappella-Tracks mit bis zu 70 Stimmen. Es ist nach „Grebfruit“ Benny Grebs zweites Soloalbum mit diesem Ansatz. 


DH!!: Benny, wie gefällt dir eigentlich dein neues Album Grebfruit 2?
Benny Greb: (lacht) Schön, dass mich das auch mal jemand fragt. Mir gefällt Grebfruit 2 sehr gut. Mich hat die erste Grebfruit-Platte beschäftigt und ich wollte dieses Konzept von Gesang und Schlagzeug noch einmal auf ein neues Level bringen. Das war ein sehr langer, aber schöner Prozess. Ich denke es ist mir gelungen und bin sehr stolz darauf. Beim Meinl Drum Festival habe ich die Songs zum ersten Mal live gespielt und war wirklich begeistert von der Resonanz des Publikums. Es ist sehr schwierig, dieses Album live umzusetzen, außer ich nehme immer einen skandinavischen Chor mit. Live werde ich mich in Zukunft wieder auf meine Band Moving Parts konzentrieren. Grebruit 2 brannte mir nur einfach unter den Nägeln.

 

 
 

Hast du bei deinen Alben eigentlich ein Konzept, was die Reihenfolge der Songs angeht? Kommt als erstes das Lied, das dir am besten gefällt und zum Schluss das schlechteste?
Benny Greb: So darf man das natürlich nicht machen. Ich kenne kaum jemanden, der von Anfang an weiß, in welcher Reihenfolge seine Songs auf dem Album landen. Es gibt natürlich so genannte Konzeptalben, die eine Geschichte erzählen, mit Anfang, Mittelteil und Schluss. Im Fall von Grebfruit 2 handelt es sich aber wirklich um einzelne Stücke, die separat aufgenommen wurden. Als das Ganze dann gemischt und gemastert war, habe ich mich hingesetzt und die Songs hin- und hergeschoben. Wie bei einem Konzertprogramm ist es hier gut, wenn man mit etwas Konkretem beginnt Nicht das Verrückteste, sondern etwas, bei dem man versteht, was abgeht. Im besten Fall definiert der erste Song das Album, ist aber nicht der energetischste. Meistens gibt es ein Lied, das ganz klar das letzte sein muss. In diesem Fall ist das eine Coverversion von „Blackbird“ von den Beatles, eine Art Gute-Nacht-Gruß.

Neben „Blackbird“ coverst du auf Grebfruit 2 auch den Genesis-Song „Jesus He Knows Me“ und Vinnie Colaiutas Track „I´m Tweaked“. Was macht ein Lied für dich cover-tauglich?
Benny Greb: „Blackbird“ ist meiner Meinung nach einer der besten Songs, die jemals geschrieben wurden: sehr einfach, sehr simpel, sehr schön. Trotzdem interessant. Ich bin ein großer Beatles-Fan, speziell McCartney. Ich habe außerdem etwas gesucht, was nach dem ganzen bombastischen Kram auf der Platte etwas zerbrechlicher und ein schöner Ausklang ist. „Jesus He Knows Me“ hatte den Hintergrund, dass ich eine Gesangsnummer mit Text auf Grebfruit 2 haben wollte. Dafür habe ich eine gute Pop-Nummer gesucht. Zufällig war zu der Zeit etwas über Phil Collins in den Medien und ich habe noch einmal in die alten Genesis-Alben reingehört. „Jesus He Knows Me“ ist natürlich perfekt so, wie er ist. Aber manchmal hat man noch andere Ideen dazu. Das Double-Time-Feel der Originalversion ist so treibend und geil für eine Instrumentalversion. Mein Halftime-Feel gibt dem Ganzen einen Hip-Hop-artigen Anstrich.


Würdest du einen Coversong generell eher originalgetreu nachspielen oder ihn auf andere Weise gestalten?
Benny Greb: Die Coverversion muss irgendwie anders geil sein, sonst kann man es auch lassen. Wenn man einen Song aber in eine andere Sound- oder sogar Stilistik-Welt holen kann, kann das sehr interessant sein.


Auf dem Cover von Grebfruit 2 ist dein Kopf mit insgesamt sieben Gesichtern abgebildet. Ein Zeichen für eine multiple Persönlichkeitsstörung?
Benny Greb: Du sprichst meine psychischen Probleme an? (lacht) Jetzt wird es ja richtig tiefenpsychologisch. Es ist eher kein stiller Hilferuf. Gemeinsam mit meinem Lieblingsgrafiker Gerhard Kühne habe ich versucht, die Entstehungsgeschichte von Grebfrui 2 zu repräsentieren. Das Album kam aus einem einzigen Kopf, der aber viele verschiedene Rollen einnimmt.

Hier geht es zu einem ausführlichen Interview mit Benny Greb. Wer mehr Infos zum Album Grebfruit 2 haben will, sollte auf Bennys Website vorbeischauen.