Bonzos erster Streich

Am 27. September 1968 betrat eine Band die Olympic-Studios in London, die zu diesem Zeitpunkt nur knapp drei Wochen zusammen spielte. Aus eigener Tasche löhnte man 1782 Pfund, 30 Stunden später war die -Recording-Session beendet. Im Januar 1969 wurde
„Led Zeppelin“ veröffentlicht. Das erste Meisterwerk der -Hard-Rock-Vorreiter wird Ende des Jahres 50 Jahre alt. Ein Grund für DrumHeads!!, das -Album noch einmal
genauer anzuhören und einen besonderen Blick auf die bahnbrechenden Beats von Drummer John Bonham zu werfen.

 

Nur wenige Drummer werden zur Marke. John Bonham ist so ein Fall. Kein Wunder, dass viele namhafte Schlagzeuger der folgenden ­Generation ihn als wichtigen Einfluss nennen, wie zum Beispiel Cozy Powell, Jeff Porcaro, Phil ­Collins, Mike Portnoy oder Dave Grohl.

"Bonzo", wie ihn seine Kumpels nannten, hat bis heute einen enormen Einfluss auf das moderne Rock-Drumming. Er hatte eine bemerkenswerte Technik und einen, für die damalige Zeit, beeindruckend fetten Sound. Diesen versuchte er immer weiter zu verfeinern und benutze dazu besonders große Trommeln der Firma Ludwig: 26 Zoll Bassdrum ein 14 Zoll Rack-Rom sowie, 16- und 18 Zoll Floor-Toms. Kultstatus erlangte sein orangefarbenes Vistalite Plexiglas-Set.

Neben der Originalität seiner Technik und seiner einzigartigen Spielweise hatte er ein ganz besonders Feeling. Was er spielte, fühlte sich einfach immer gut an. Er hatte die richtige Attitüde. Obwohl er sehr ­aggressiv ­spielen konnte, hatte sein Spiel stets einen leichten Swing und kam laid back rüber. Trotz dieses natürlichen Grooves, spielte er sehr präzise.

Nach 50 Jahren ist es an der Zeit, seinen Stil prägenden Einfluss zu ehren. Das machen wir am Beispiel verschiedener Highlights auf dem Debüt-Album von Led Zeppelin, auf dem Bonzo auch zum ersten Mal als Schlagzeuger auf einem Tonträger zu hören ist. So Freunde, anschnallen, jetzt heben wir ab:

Good Time Bad Times

Schon der erste Track, mit dem sich John Bonham der Welt vorstellt, ist etwas besonders. Gleich am Anfang stellt er seine Originalität unter Beweis.

Im Intro läuft ein Takt rund, der mit zwei fetten Achtel-Akzenten auf der Eins beginnt und den er zunächst mit der Hi-Hat auffüllt. Die nächsten Durchgänge steigert er zunehmend mit einer verspielten Cowbell-Figur. Das Intro gipfelt in einem explosiven Fill, der in die Strophe des Songs überleitet.  Statt eines festen Beats ist es eher ein Feeling. Bonham spielt mit seiner Bassdrum Fills in die Gesangspausen. Kein Takt gleicht dem nächsten. Die beiden Sechzehntel-Snareschläge auf 2 und 2e, sowie 4 und 4e, klingen wie ein Echo. Im fünften Takt der Strophe haut Bonham gleich eins seiner Markenzeichen raus: Die „Bonham- ­Bassdrum-Triole”. Auf einen Schlag mit der Hand, in diesem Fall auf die Kuhglocke, folgen zwei Triolensechzehntel mit der Bassdrum. Diese Figur als Fill zu verwenden war damals neu und wurde von anderen Drummern seiner Zeit kopiert.

Ein typisches Grunge-Element spielte Bonham bereits im Jahr 1969, indem er beim  Refrain ein Crash-Becken als Ride benutzte. Zwischendurch lockern immer wieder schnelle Sechzehnteltriolen-Fills den schweren Beat auf.

 

Den Kompletten Bericht findet ihr in der aktuellen Drumheads!!-Ausgabe 5/18