100. Geburtstag von Horst Link

Sonor Signature, HLD 590, Jet Set, Phonic – Begriffe, die das Herz jedes Sonor-Fans höherschlagen lassen. Der 100. Geburtstag eines Mannes mit legendärem Vermächtnis.

Nach dem Abitur und neun Jahren Militärdienst floh der Sohn des Musikinstrumentenfabrikanten Konsul Otto Link nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges aus der sowjetischen Besatzungszone, um im Westen neu anzufangen. Der Betrieb in der damaligen DDR wurde 1950 enteignet.

Im April 1946 gründete Horst Link zusammen mit seinem Vater im heutigen Bad Berleburg-Aue ein Unternehmen, das zunächst nur Trommel- und Paukenfelle herstellte. Die vormals in Weißenfels gefertigten Instrumente produzierte man ab sofort in Bad Berleburg unter dem Namen "Sonor". Der Markenname Sonor ist seit 1907 beim Patentamt eingetragen. Das Produktionsprogramm umfasste Schlaginstrumente verschiedener Art: Trommeln, Handtrommeln und Pauken, aber auch Glockenspiele, Xylophone und Becken. 

Ab den 1950er Jahren wurde das komplette Orffsche Instrumentarium mit den Einsatzbereichen Musikpädagogik und Musiktherapie in die Produktpalette integriert.

Nach dem Tod von Konsul Otto Link übernahm Horst Link 1955 in dritter Generation die Geschäftsführung von Sonor.

Bis Ende der 1980er Jahre entwickelte sich das Unternehmen zu einem bedeutenden Musikinstrumentenhersteller und zum qualitativen Marktführer im Segment der Schlaginstrumente.

Der heutige Geschäftsführer, Stefan Althoff, sieht hierin vor allem das Verdienst der Firmeninhaber: "Gerade Horst Link und seine Ehefrau Elisabeth haben Sonor zu dem gemacht, was es heute ist."

Hohner übernimmt Sonor

1991 erfolgte die Übernahme durch die Matth. Hohner AG. Horst Link betonte damals, dass dieser Schritt ausschließlich persönliche Gründe hatte, "das Problem der Nachfolge musste gelöst werden". Das Unternehmen blieb rechtlich selbstständig. Durch die Verbindung mit der Hohner-Gruppe eröffneten sich neue Möglichkeiten im Export und bei der Beschaffung. Heute agiert das Unternehmen als Teil der Hohner-Gruppe weltweit und verfügt über geschäftliche Kontakte in etwa 60 Länder. Die rund 75 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen am Firmenstandort in Bad Berleburg-Aue produzieren und vertreiben vor allem Schlagzeuge, Einzeltrommeln sowie das ebenso umfangreiche Orffsche Instrumentarium.

Horst Links vielseitiges Engagement

Horst Link übte eine Reihe von Ehrenämtern aus. So war er nicht nur 1. Vorsitzender und später Ehrenvorsitzender des Bundesverbandes der deutschen Musikinstrumenten-Hersteller e. V., sondern machte sich darüber hinaus auch in der globalen Musikszene einen Namen. Er fungierte als Ratsmitglied in der "Confédération Internationale des Sociétés Musicales (CISM)" in Brüssel, war Vorstandsmitglied der internationalen Gesellschaft für musikpädagogische Fortbildung, maßgeblicher Initiator der deutschen Musikmesse in Tokio und mitverantwortlich für die Durchführung der ersten europäischen Musikmesse in Singapur. Auf seine Anregung hin erfolgte 1982 erstmals die Stiftung des "Frankfurter Musikpreises". Besonders am Herzen lag dem Unternehmer die Frankfurter Musikmesse. Unter anderem hatte er in seiner Funktion als Vorstandsmitglied der internationalen Frankfurter Messe wesentlichen Anteil daran, dass sich die Frankfurter Musikmesse zur größten und bedeutendsten internationalen Musikfachmesse der Welt entwickelt hat.

Sozialpolitisch engagierte sich Horst Link zunächst im heimischen Arbeitgeberverband. Von 1959 bis 1969 hatte er den Vorsitz des Industrie- und Forstverbandes Wittgenstein inne. Nach der Integration in die Siegerländer Arbeitgeberverbände gehörte er noch bis 1993 dem Beirat des Verbands der Siegerländer Metallindustriellen an. Seit 1982 war der Musikliebhaber ehrenamtlicher Handelsrichter beim Landgericht Siegen, gehörte der Vollversammlung der IHK an und fungierte als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Industrielehrwerkstatt Wittgenstein e. G.

1985 wurde Horst Link wegen seiner Verdienste um die Belange der Musikinstrumentenindustrie das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Seine große Leidenschaft für die Musik ließ Horst Link auch im Ruhestand nicht los: Er absolvierte ein Magisterstudium der Musikwissenschaften in Wien und erlangte nach anschließender Promotion die Doktorwürde.

www.sonor.com