Ahead Drumsticks: Alternativen aus Aluminium

„Die besten Drumsticks der Welt“ loben die einen, „bleib mir mit diesen Aludingern vom Leib“ meckern die ­anderen. An kaum einem Drumstick scheiden sich die Geister so stark wie an dem Alu-Stöcken von Ahead. Grund ­genug, die Probe aufs Exempel zu machen. Daher haben wir den 5A direkt mit seinem ­hölzernen „Gegenspieler“ verglichen. 

Als Rick Grossmann in den frühen 1990ern den Advanced High Efficiency Alloy Drumstick vorstellte, hatte er zweifelsfrei etwas optisch und haptisch Ungewöhnliches entwickelt. Ein Drumstick, der aus dem gleichen Material gefertigt war wie die Sportgeräte der Firma Easton, bei der Grossmann als Ingenieur tätig war: Aluminium.
Insbesondere bei Baseballschlägern und Hockeyschlägern zeichnete sich schon seit den 1970ern ab, dass das Leichtmetall Holz ersetzen konnte und ihm in bestimmten Bereichen sogar überlegen war. So bestehen die Ahead-Sticks im Wesentlichen aus einem Aluminiumkern, der bis auf den Griffbereich mit einem Überzug aus Polyurethan versehen ist, damit Becken und Trommeln keinen Schaden nehmen. Der Tip, der in unterschiedlichen Ausführungen erhältlich ist, besteht aus Nylon und wird auf den Alukern aufgeschraubt. Schraubt man den Tip ab, so lässt sich der Überzug auswechseln, was eine lange Haltbarkeit bei vergleichsweise geringen Kosten gewährleisten soll.

 
 

Starker Drumstick-Rebound

Da Aluminium nicht den bei Holz üblichen Schwankungen in der Materialbeschaffenheit  unterliegt, sind die Fertigungstoleranzen enorm gering. Neben den Klassikern 7A, 5A, 5B und 2B im schwarz-weißen Finish gibt es zahlreiche Spezial- und Signature-Varianten, so dass aktuell 32 Modelle zur Auswahl stehen.
Abmessungen und Gewicht entsprechen bei den Standardmodellen 7A, 5A, 5B und 2B ihren jeweiligen hölzernen Geschwistern. Dass der Griffbereich aus pulverbeschichtetem Metall besteht, vergisst man erfreulich schnell. Die Stöcke liegen gut in der Hand, auch wenn der optimale „pivot point“ verdächtig nah bei dem Metallring am Übergang zwischen Aluminium und Überzug liegt. Dass die Ahead-Sticks etwas kopflastiger sind und einem deshalb schwerer vorkommen, ist ein Unterschied, den man sofort spürt. Beim 5A-Modell lag der Balancepunkt tatsächlich circa vier bis fünf Millimeter weiter vorn als beim Vergleichsstock. Dieser scheinbar kleine Unterschied beschert einen deutlich kräftigeren Impact.
Außerdem ist der Rebound spürbar stärker; der Hersteller verspricht fünf bis zehn Prozent mehr. Das kann enorm hilfreich sein, wenn man sein Tempolimit nach oben ausbauen möchte. Falls man tendenziell gerne „mit Wumms“ spielt, ist die höhere Eigenschwingung zudem körperschonend, da der Stock mehr Aufprallenergie absorbiert. Ahead nennt dieses Phänomen „VRS“ (Vibration Reduction System).

Klangvarianten

Durch die höhere Vibrationsfreude verliert der Sound allerdings auf einer ohne Rimshot gespielten Snare hörbar an Bauch. Bei den Toms war der Effekt nicht ganz so deutlich zu hören, aber immer noch wahrnehmbar. Auch für Rimclicks ist der Ahead-Stick nicht unbedingt die erste Wahl. Man muss das Buttend auf das Fell legen, damit der Kunststoffüberzug den Spannreifen trifft und nicht der Aluminiumgriff. So erhält man zwar einen akzeptablen Click-Sound, an Lautstärke und Klangfülle eines klassischen Holzstocks kommt der leicht­metallene Kollege allerdings nicht ganz heran.