Böse Burschen

Mit Artisan Elite zieht Sabian eine ungewöhnliche Cymbalserie aus dem Schmelzofen. Derzeit umfasst sie zwei Hi-Hats in 14 und 16 Zoll sowie zwei Crossover-Cymbals in 20 und 22 Zoll. Der Hersteller verspricht nichts weniger als Meisterwerke, denn ausschließlich den Werkstattmeistern sei es erlaubt, Hand an die ­Rohlinge zu legen. Wir haben sie mal richtig krachen lassen.

 

Sabian sagt, es handele sich bei den Scheiben um black sheeps. Die schwarzen Schafe sind allerdings weder Trash-Becken noch verkohlte Blök-Bleche für Effekthascher. Nein, wir erleben hauptsächlich einen tiefen Ton mit dunklem Klangcharakter, zu dem sich ein perfekt modellierter Anteil „Dreck“ gesellt. Genau dieser erdige Anteil hebt die bösen Burschen von den Mainstream-Becken der kanadischen Schmiede ab.

Man merkt diesen Cymbals sofort an, dass sie etwas Besonderes sind. Die Brillant-­Oberfläche wird immer wieder von roh belassenen Bearbeitungsspuren unterbrochen und liegt somit irgendwo ­zwischen Raw-, ­Traditional- und Brillant-Finish. Auf Ober- und Unterseite sind sämtliche Elite-Cymbals mit einem breiten und unregelmäßigen Abdrehmuster versehen. Unterschiedlich große Hämmerungen, ein flaches Profil sowie flach angesetzte Kuppen lassen sofort an Vintage-­Becken denken. Doch es wäre vermessen, diese Becken als reine Vintage-Repliken abzutun.

Die 14-zöllige Hi-Hat bietet einen tiefen, aber glasklaren Stick-Sound. Leicht geöffnet lässt sich der Klangcharakter nurmehr als „süß“ bezeichnen – hier ist nichts zu viel und nicht zu wenig. Attack, Sustain sowie der komplette Tonbereich sind vollkommen ­harmonisch und rund. Der Chick-Sound gestaltet sich ähnlich; satt und kurz bei gleichzeitig viel Brillanz.

Einen ähnlichen Sound bietet die 16-Zoll-Hi-Hat. Doch dieses Paar geht klanglich enorm in die Tiefe.
Unter den ausgeprägten Bassanteilen, die schon beim Sticking zum Tragen kommen, liegen, wie bei den 14-Zöllern, gut ausbalancierte Töne, mit denen sich vielseitig arbeiten lässt. Diese sorgen dafür, dass die Hi-Hats keine trockenen und klangtoten Instrumente sind. Offen gespielt produziert diese Hi-Hat ein zusätzliches Maß an Lautstärke, das sich aber stets gut kontrollieren und gezielt ein­setzen lässt.

Sowohl das 20er als auch das 22er ­Cymbal ist mit keiner Typen-Angabe ver­sehen. Sie sind sowohl erstklassige Rides als auch herausragende Crashes.Profil und Kuppe sind ähnlich flach und im Vintage-Style gehalten wie bei den ­Hi-Hats. Dunkle und trockene Klangfacetten prägen den Charakter der beiden Becken.

Die Kuppe des 20er-Beckens birgt klar definierte Sounds mit einem moderaten Grundrauschen, ähnlich verhält es sich am Bogen. Der Klang am Rand ist enorm tiefenlastig und breit. Dort zeigen sich die erst­klassigen Crash-Qualitäten. Kuppe, Bogen und Rand heben sich tonal sauber voneinander ab. Das Attack ist in allen Bereichen kurz und bildet sich mit viel Harmonie unter den Bassanteilen ab. Das Sustain ist ebenfalls kurz, lässt sich aber durch die Intensität des Spiels gut variieren, ohne dass sich der Klang des Cymbals unangenehm aufschaukelt. ....

Den Kompletten Bericht findet ihr in der aktuellen Drumheads!!-Ausgabe 4/18