Istanbul Agop Clap Stack: das 8-Bit-Cymbal

Es gibt kaum noch Drummer, die auf den Einsatz von Effektbecken verzichten wollen. Seien es nun Trash-Crashes und -Chinas oder Vulcano Bells, Spiral Trashes. Istanbul Agop hebt die Idee der Effektbecken mit dem Clap-Stack-Modell auf eine völlig neue Ebene.

Klanglich haben die 11, 13 und 15 Zoll großen, übereinander gelegten Bronzescheiben nichts mehr mit einem Becken gemein. Keine feinen Obertöne, kein Sustain – nichts. Und doch dürften gerade Freunde verspielter R'n'B- und Funk-Sounds ihre wahre Freude an diesen Blechen haben. Wer kennt ihn nicht, den typischen Handclap-Snare-Sound, wie er zum Beispiel auf Queens „Radio Ga Ga“ oder Coldplays „Step“ zu hören ist? Sogar Eddie Cochran wollte auf seinem Hit „Summertimeblues“ nicht auf den Handclap verzichten. Die Soul-Legende Marvin Gaye setzte mit dem Urvater aller elektronischen Claps, dem Roland-808-Clap, auf „Sexual Healing“ dem Handclap ein ewiges Denkmal.

Handclap mit Effektbecken

Jetzt ist es so, dass auf allen erwähnten Songs die Claps entweder von Hand oder auf elektronischem Weg erzeugt wurden.
Mit dem Clap-Stack von Istanbul Agop geht das ab jetzt auf rein analogem Weg. Die drei Bronzescheiben liefern einen rundum überzeugenden Sound, der dem 808-Sample in nichts nachsteht.
Will man unter diesen Clap-Sound einen Snareschlag platzieren, muss man entweder das Clap-Stack mit einem kräftigen Akzent versehen oder die Snare etwas zurücknehmen – sonst verschwindet der relativ leise Clap-Stack-Ton hinter der Snare, die definitiv um einiges lauter ist. Die größte Herausforderung ist dabei also nicht unbedingt die Präzision, mit der Snare und Clap-Stack angeschlagen werden, sondern das Lautstärkeverhältnis. Am Klang an sich aber gibt es nichts zu meckern. Bisweilen fragt man sich sogar, was wohl zuerst da war: die Becken-Variante, oder die digitale Version. Wer hat hier eigentlich wen imitiert?

Effektbecken für Funker, Jazzer, Soul-Fans & Co.

Das Clap-Stack bietet in jedem Fall eine Eins-zu-eins-Kopie des legendären 8-Bit-Clap-Sounds, die zu allem Überfluss auch gar keine Stromversorgung benötigt. Gerade für „analoge” Drummer, die trotzdem nicht auf den einen oder anderen Effekt verzichten wollen, bietet das Clap-Stack eine interessante Alternative. In Musikrichtungen, die auf Groove und vergleichsweise viel Percussion setzen, könnte das Teil einen kleinen Siegeszug hinlegen. Funker, Jazzer, Soul-Fans und nicht zuletzt auch „klassische” Pop-Acts dürfen beim Clap-Stack beherzt zugreifen. Als Sound-Special ohne Stromanschluss, aber mit „elektrischem” Touch, mach das Clap-Stack jedenfalls eine gute Figur.
Einziger kleiner Wehrmutstropfen ist die Lautstärke. Um das Clap-Stack in vollem Umfang einsetzen zu können, also auch mit darunter gelegtem Snare-Sound, empfiehlt es
sich, gut auf die Lautstärkeverhältnisse zu achten oder im Live-Einsatz den Mischer darum zu bitten, das Clap-Stack – wie eine Snare eben auch – extra zu mikrofonieren, und bei Bedarf die Lautstärke nach oben zu korrigieren. Wenn man das beachtet und die richtigen Vorkehrungen trifft, dann klappt es auch mit dem authentischen Clap-Sound – und die anderen Bandmitglieder freuen sich über einen kleinen, aber feinen Groove-Zusatzeffekt im Percussion-Arsenal.

Istanbul Agop Clap Stack Cymbal auf einen Blick

  • Hersteller: Istanbul Agop
  • Herkunft: Türkei
  • Material: B20 Bronze
  • Herstellung: Maschinell
  • Größe: 11‘‘, 13‘‘ und 15‘‘ stacked
  • Serie: Clap-Stack
  • Oberfläche: Natural
  • Vertrieb: Fentex

Mehr interessante Testberichte und Workshops gibt es hier.