Ludwig Raw Brass Phonic: Rawkost

Die Trommelbauer aus Monroe haben am Rezept der Black-Beauty-Snares herumgetüftelt. Dabei herausgekommen ist eine neue Serie aus purem Messing.

 

Raw Brass Phonic nennt Ludwig-­Musser seinen neuesten Wurf, der in den Größen 14 x 5, 14 x 6,5 und 14 x 8 Zoll zu haben ist. Im Prinzip handelt es sich dabei um Black-Beauty-Snares, allerdings ohne die Hochglanz-Nickel-Schicht, die den Beautys ihren Namen beschert. Die Raw-Brass-Modelle lehnen sich optisch an den Used-Look von Inspektor Columbos Trenchcoat an. 

Die nahtlosen 1,2 Millimeter dicken ­Messing-Kessel, mit Keystone-Badge, sind bestens verarbeitet. Die  45 Grad steile Gratung wurde sauber gebördelt. Das trifft auch auf das knapp zwei Millimeter tiefe Snare-Bed zu. Nirgends ist auch nur die kleinste Unebenheit auszumachen.

Als Spannböckchen kommen Imperial-Lugs zum Einsatz. Diese sind mit Gummi­platten unterlegt, die in Form der Lugs zu­geschnitten sind. Seit diesem Jahr bietet ­Ludwig eine neue Snare-Abhebung an, die P88 mit P35-Butt-End. Das Design des P88-Throw-off-Systems erinnert an die P85-Abhebung, ist jedoch besser zu bedienen und läuft weicher als das legendäre P85-Modell.
Die Fellwahl überrascht kaum: on top ein Ludwig Weather Master Medium Coated, auf der Reso-Seite ein Weather-Master-Clear-Fell. Zwei Triple-Flanged-Hoops mit einer Stärke von 2,3 Millimetern sowie ein 24-spiraliger Ludwig-Snareteppich aus Stahl machen die Hardware-Komponenten komplett.

Demontiert man sämtliche Anbauteile, merkt man beim Anschlag, dass die Kessel einen klaren, wenn auch trockenen Eigenklang besitzen, der durch ein markantes ­Attack sowie  kurzes Sustain gekennzeichnet ist. Naturgemäß tönt der Kessel der 6,5 Zoll tiefen Snare heller als jener der acht­zölligen.

High am Bass


Die Black-Beauty-Verwandtschaft der 14 x 6,5 ist nicht zu verleugnen; dennoch heben extrem trockene Klangspektren die Raw-Brass-Snares deutlich von ihren berühmten Schwestern ab.
Die Teppich-Ansprache ist exzellent, egal welchen Akzent des extrem weiten Stimmumfangs man wählt.

Tiefe Stimmungen erzeugen ein trockenes Attack, gepaart mit einem hellen, kurzen Sustain. Rim-Klicks gestalten sich überaus breit, mit vielen Bass­anteilen. Ideal für ruhige, und druckvolle Backbeats. Rim-Shots sind geprägt von deutlichen Tiefen und enormer Lautstärke.

Der mittlere Stimmbereich fördert den ­trockenen Grundklang noch mehr zutage. Sattes Attack und helles Sustain, das sich ausdrucksstark abbildet, wecken die Neugier auf das, was die Snare im High-Pitch-Bereich zu bieten hat. Was diese Trommel selbst bei enorm hoher Stimmung noch an Bass liefert, ist erstaunlich.

Dieser Bassanteil untermauert ein scharfes und richtig wuchtiges Attack, dem ein kaum erwähnenswertes Sustain folgt. Nun könnte man meinen, der Ton sei bedingt durch diese Stimmung hauptsächlich kurz und flach, doch der Eigenklang des Kessels liefert genug tonale Nuancen, um selbst dem trockensten Sound genügend „Farbe“ gegenüberzustellen. Black plus Beauty. ...

Den Kompletten Bericht findet ihr in der aktuellen Drumheads!!-Ausgabe 4/18