Workshop: Musikalische Mathematik – Teil 5

Damit ihr eure mathematischen Fähigkeiten am Schlagzeug mal wieder mit den passenden Übungen aufmöbeln könnt, zeigt euch Peter Wildoer in dieser Workshopfolge einige rhythmische Figuren, die mit den Füßen gespielt werden. 

Heute ist es sehr beliebt, rhythmische Figuren mit beiden Füßen zu spielen – nicht nur mit der Doublebassdrum im Metal, sondern in einer Vielzahl von Musikstilen. Dabei werden oft schnelle rhythmische Figuren, bestehend aus drei bis fünf Schlägen, gespielt. Damit ihr euch dabei wohl fühlt, ist es angebracht, viele Übungen durchprobiert zu haben. Dann fühlt es sich auch vertraut an, wenn ihr zum Beispiel eigene rhythmische Figuren nach diesem Beispiel entwickelt. Ich habe mich in den Übungen zu diesem Workshop auf ein „Foot-to-Foot-Sticking“ konzentriert, wobei ich mich an die klassischen „Permutation“-Studies von David Garibaldi angelehnt habe. Die Übungen A1-A8 (Bsp. 1) haben gemeinsam, dass jede achte 16tel-Note durch zwei 32stel ersetzt wird. In den Sechzehnteln in Übung B1-B6 (Bsp. 2) wird jeder sechste Schlag ersetzt. Beachtet, dass diese Übungen im 6/4-Takt gespielt werden. In Übung C1 bis C4 (Bsp. 3) wird jedes vierte Sechzehntel ersetzt und schließlich – in D1 und D2 (Beispiel 4) – jedes zweite. Die jeweils siebte, fünfte und dritte Sechzehntelnote habe ich nicht berücksichtigt, weil sonst das „Sticking“ nicht wechseln, sondern die 32stel würde mit dem gleichen Fuß gespielt würde. Was nicht heißen soll, dass ihr das nicht auch üben könnt.

 
 

Nun wird der Rhythmus kombiniert – und variiert

Als nächstes findet ihr zwei Kombinations-Übun­gen. Die erste Kombination setzt sich aus den Übungen D1, C3 und A1. Die zweite Kombination besteht aus A3, C1, D2 und A1 (Beispiel 5). Hier müsst ihr den Takt zwei Mal spielen, um wieder an den Anfang des „Stickings“ zu kommen. Jeden zweiten Takt fangt ihr mit dem rechten oder linken Fuß an. Das kann Schwierigkeiten bereiten, wenn ihr nicht daran gewöhnt seid, beidfüßig zu führen. Denkt euch auch eigene Kombinationen aus. Eine andere gute Übung ist, alle Übungen mit umgekehrtem „Sticking“ zu spielen. Also mit dem linken Fuß spielen, wenn ein „R“ da steht und andersherum. Ich habe auch zwei verschiedene Varationen eures Hand-Patterns aufgeschrieben: eins mit der Snare auf „3“ und eines mit Snareschlägen auf jedem Offbeat (Beispiel 6). Spielt beide auch statt des Backbeat-Patterns aus den Übungen. Viele Bassdrum-Rhythmen fühlen sich mit diesen beiden Variationen ziemlich anders an.

Zum Schluss: Triolen

Als Letztes habe ich auch Übungen in Triolenform aufgeschrieben (Beispiele 7 bis 10). Die Konzept ist das gleiche wie zuvor, nur dass die Unterteilung nun tenär ist. Achtet darauf, dass ihr die Übungen F1 bis F4 (Beispiel 8) zwei Mal spielen müsst, um wieder an den Anfang des „Stickings“ zu kommen. Das gleiche gilt für die beiden Kombinationen. Viel Erfolg!

Euer

Peter Wildoer sitzt seit 1998 bei den schwedischen Thrash-Metallern „Darkane“ an den Drums und arbeitete u.a. mit den Bands Arch Enemy, Armageddon, Majestic und Pestilence. 2011 machte er bei den Drum-Auditions von Dream Theater von sich reden, als er mit 6 anderen ins Finale vorstieß. Die Band, für deren Sänger James LaBrie Peter schon getrommelt hat, listete ihn sogar unter ihren 3 Top-Favoriten. Peter arbeitet auch als Clinician und unterrichtet in seiner Heimat Südschweden als Mathe-Lehrer.
www.peterwildoer.com
www.youtube.com/user/wildoerfaren

Diesen und viele weitere spannende Artikel findet ihr in der DrumHeads!!-Ausgabe 5/2012.

Notenbeispiele

Beispiel 1: Ersetzung jeder achten Sechzehntel durch zwei Zweiunddreißigstel

Beispiel 2: Ersetzung jeder sechsten Sechzehntel durch zwei Zweiunddreißigstel

Beispiel 3: Ersetzung jeder vierte Sechzehntel durch zwei Zweiunddreißigstel

Beispiel 4: Ersetzung jeder zweiten Sechzehntel durch zwei Zweiunddreißigstel

Beispiel 5: Kombinationsübungen

Beispiel 6: Handasatzvariationen

Beispiel 7: Triolenform

Beispiel 8: Kombination Triolenform

Beispiel 9

Beispiel 10