Vielfalt mit Charakter

Das Konzept der S.L.P.-Snare-Line, möglichst variable diverse Spielarten zu bedienen, hat Tama in seiner gleichnamigen Schlagzeug-Serie aufgegriffen. Derzeit gibt es drei verschiedene Holzsorten aus denen die S.L.P.-Drums gefertigt werden. Wir haben sie uns mal genauer angeschaut ...

 

Bei aller Vielfalt, die der Serie zugrunde liegt, gibt es auch etliche Gemein- samkeiten. So werden sämtliche Toms mit Evans-G1-Coated-Schlagfellen und Tama-Powercraft-II-Clear-Resonanz-Fellen bestückt. Die Bassdrums kommen ab Werk mit Evans-EQ4-Clear-Schlag- und Tama- Powercraft-II-Coated-Reso-Fellen. Nicht im Lieferumfang enthalten sind die Snares, die mit Evans-Hazy-300- sowie G1-Coated- Schlagfellen ausgestattet sind.

Teile der Kesselhardware sind in den unterschiedlichen Ausführungen identisch, wie zum Beispiel die MSB10-Brackets der Bass- Drums. Diese entstammen der Superstar- Serie, ebenso wie die MSB25-Floor-Tom-Bra- ckets. So viel zu den Gemeinsamkeiten. Von hier an gehen die Sets getrennte Wege.

Kapur-Power

Aus Kapur wird, wie der Name ahnen lässt, das Dynamic-Kapur-Set gefertigt. Das Harz dieses Baumes kommt in der Medizin zum Einsatz und ist unter dem Namen Kampfer bekannt. Ähnlich wie Bubinga weist Kapur eine hohe Materialdichte und somit ein stattliches Gewicht auf. Diese Materialeigenschaften spiegeln sich im durchsetzungsstarken Sound des Sets wider.

Die Toms sowie die Snare werden aus sechs Lagen Kapur gefertigt. Daraus ergibt sich eine Wandstärke von fünf Millimetern. Die Bass-Drum weist eine Lage mehr auf und kommt somit auf eine Wandstärke von sechs Millimetern. Sämtliche Kessel haben eine 45 Grad steile Gratung und einen leichten Gegenschnitt. Die daraus resultierende Auf- lagekante befindet sich zwischen der dritten und vierten Außenschicht. Dem Fell wird damit eine ziemlich schmale Auflagefläche geboten, was den ohnehin durchsetzungsstarken Sound des Kapur-Sets zusätzlich verstärkt. Verchromte Mini-Tube-Lugs aus Messing sorgen für gute Stimmbarkeit und eine hohe Stimmstabilität.

Über eine frei schwingende Star-Mount- Tomaufhängung verfügen die 10 x 6,5 Zoll und 12 x 7 Zoll großen Rack-Toms, zudem sind sie mit 2,3 Millimeter dicken Sound-Arc- Spannreifen ausgestattet. Grundsätzlich produzieren diese Trommeln einen lauten und komprimierten Ton. In hoher und mitt- lerer Stimmlage ist das Sustain recht kurz bemessen und führt die Klangharmonie des scharfen Attacks fort, so dass ein ausge- wogenes Klangbild entsteht. Je weiter man diese Toms runterstimmt, desto mehr kommt der tiefe Klangcharakter der Kessel zum Tragen, und das Sustain wird dabei ein Stück weit dominanter.
Weniger komprimierter im Ton als die Rack-Toms sind die Floor-Toms. Sowohl das 14 x 12 als auch das 16 x 14 Zoll tiefe Floor- Tom klingen in hohen Stimmlagen perkussiv: Sie haben einen offenen Ton, ein nicht ganz so scharfes Attack und ein Sustain, das eine weite Ton-Range abbildet. Mittig und tief gestimmt wird das Attack etwas schneidiger, bleibt aber nur kurz erhalten, ehe das Sustain wieder zum Tragen kommt. Die komplette Tom-Batterie passt tonal bestens zusammen.

Der „Bubinga-Effekt“ trägt auch den Sound der 22 x 16 Zoll messenden Bass- drum, auf der eine MTH905N-Doppel- tomhalterung montiert ist. Ihre tiefe Stim- mung ergibt bissiges Attack mit viel dunklem Punch und Schub. Das Sustain ist dabei nicht mehr von Belang und kaum noch erwähnenswert. Anders bei mittleren und hohen Stimmlagen. Das Attack bleibt zwar bissig, jedoch gesellt sich ein ausgewogenes Sustain dazu. Dieses durch und durch melo- diöse Sustain kommt umso mehr zum Vor- schein, je weiter man die Stimmschrauben hochdreht. Unabhängig davon, wie es gestimmt ist: Die dunklen und bassigen Frequenzen dominieren das Klangbild dieses Instruments, aus dem sich ein breites Klang- spektrum herausholen lässt.

Zwischen Rock, Fusion und Funk ist die 14 x 6,5-Snare beheimatet. Mit der ML- S50A-Snare-Abhebung lässt sich der Teppich präzise justieren. Eine hohe Stimmung generiert relativ viel Bassanteil im Attack. Dieses Attack, gepaart mit bissigem Sustain, liefert die Grundlage für knallige Backbeat-Sounds. In mittlerer wie tiefer Stimmung wird das Attack weicher und das Sustain rollt nicht mehr so lange aus. Die Teppichansprache ist in jedem Tuning stets direkt und lässt somit ein facettenreiches Spiel zu. Im Gegensatz zu den kräftigen Rim-Shots, die sich mit dieser Trommel gestalten lassen, kommen Rim- Klicks nicht so überzeugend daher. Dem kann man aber entgegenwirken, indem man statt der Sound-Arc-Hoops Die-Cast-Hoops oder ähnliches verwendet.

Fette Fichte

Fichtenholz ist im Instrumentenbau nicht wirklich neu. Im Schlagzeugbau jedoch ist dieses Holz ein echter Exot. Die Wahl des Holzes ist eine Bereicherung der S.L.P.-Serie. Fichtenholz wird unter anderem auch beim Bau hochwertiger Konzert und Akustik- Gitar- ren verwendet und ist ein exquisites Klang- holz. Das macht sich auch bei den Trommeln der Fat-Spruce-Linie bemerkbar.

 

Den Kompletten Test findet ihr in der Aktuellen DrumHeads!!-Ausgabe 3/18