Workshop: Spielen nach Stilen, Teil 7, Drum'n'Bass

In dieser Workshopfolge gibt euch Autor Micha Fromm Tipps zum Genre Drum'n'Bass und wie ihr den Stil am Schlagzeug umsetzen könnt.

Drum 'n' Bass ist ein Stil, der sich Anfang der 90er Jahre in England entwickelt hat. Charakteristisch sind schnelle Breakbeats, elektronische Sounds und tiefe Bässe, zunächst noch mit Reggae-Einflüssen vermischt, unter dem Namen „Jungle“. Drum'n'Bass-Grooves (Alex Reece, Goldie, Roni Size, LTJ Bukem) haben ihre Ursprünge in gesampelten Beats der Soul- und Funk-Ära.
Das wohl bekannteste Beispiel ist das sogenannte „Amen Break“. Es handelt sich bei diesem Sample um ein viertaktiges Schlagzeugsolo vom Album „Amen, Brother“ von den Winstons. Ich habe euch dieses in ­Notenbeispiel 1 aufgeschrieben.

 
 

Die rechte Hand wird auf dem Ride­becken gespielt. Der Charakter des Grooves (im Original bei etwa 137 bpm, Soundbeispiel 1) verändert sich extrem, wenn das Tempo erhöht wird (zum Beispiel auf 175 bpm, Soundbeispiel 2). Es entsteht ein typischer Drum-and-Bass-Groove, den man überall und immer wieder zu hören bekommt. Als Beispiel sei hier die Technoband The Prodigy genannt. Neben der versetzten Snare in Takt 3 sind auch die Ghostnotes ausschlag­gebend für den Charakter des Beats. Übt das Pattern zunächst langsam (beispielsweise 80bpm) und erhöht das Tempo nach und nach.

Drum'n'Bass-Grooves: Alles nur geklaut?

In Beispiel 2 habe ich einen weiteren genretypischen Groove aufgeschrieben. Spielt auch diesen zunächst in einem langsamen Tempo. Der Charakter von Drum-and-Bass-Beats ensteht neben dem hohen Tempo durch die Art und Weise des Sampelns. Bei Produktionen oder in Clubs werden Grooves gesampelt, im Tempo verändert und bruchstückhaft wiederholt. Möchte man diesen Charakter live am Drumset imitieren, sollte man neben den passenden Patterns und Sounds auch diese Art der Groove-Konstruk­tion unbedingt berücksichtigen.
In Beispiel 3 wird ein kurzer Teil (letzte Achtelnote in Takt 1 und erste Achtelnote aus Takt 2) des Grooves aus Beispiel 2 „gesampelt“ und als Fill-in in Takt 4 viermal wiederholt. Meister dieses Fachs ist übrigens der hochgeschätzte Schlagzeug-Kollege JoJo Mayer – unbedingt anhören!

Den vollständigen und viele weitere spannende Artikel findet ihr in der DrumHeads!!-Ausgabe 5/17.


Tschüss, euer