Interview: Dusty Squires (Schlagzeuger Night Demon)

Auf ihrem zweiten Album „Darkness Remains” ­wecken Night Demon den Metal alter Schule. Drummer Dusty Squires ist heimlicher ­Hair-Band-Fan und verrät uns im Interview, warum er sich auch mit kleinem Besteck pudelwohl fühlt.

DH!!: Dusty, nach eurem Debüt-Album „Curse of the Damned“ seid ihr sehr lange auf Tour gewesen. Fast zwei Jahre, um genau zu sein. Wie hat euch diese „Ochsentour“ geprägt, und was habt ihr erlebt?
Dusty Squires: „Curse of the Damned” haben wir bis zum Exzess rauf und runter gespielt. Ab einem gewissen Zeitpunkt war es wirklich hart, Abend für Abend die gleichen Songs zu spielen. Außerdem hat uns unser damaliger Gitarrist Brent verlassen, da er sich das Tour-Leben nicht mehr geben wollte. Wir sind ziemlich weit herumgekommen, sind durch Nord- und Südamerika und auch in Europa getourt. Ich bin jetzt drei Jahre in der Band und habe in dieser Zeit 430 Gigs gespielt.

Respekt! Wenn man das auf ein Jahr runter rechnet, spielt ihr alle drei Tage ein Konzert …
Dusty Squires:Nun ja, wir sind eben echte road dogs. [lacht]

Was habt ihr dabei so alles erlebt?
Dusty Squires:Auf der Südamerika-Tour hab ich zehn Snare-Felle durchgehauen. Ich hatte die Snares nur ausgeliehen, und in Südamerika sind Felle verhältnismäßig teuer. Viele Drummer verwenden daher die Felle, solange es eben geht. Manche haben immer noch dasselbe Fell, das drauf war, als sie die Snare gekauft hatten. Bei einer Show ist mir das Snare-Fell plus das Fell des Standtoms gerissen. Das Ganze klang dann ein wenig nach dem Drum-Sound auf Metallicas „St.Anger“ [lacht], aber ich konnte die Show zu Ende spielen.

 
 

Im April habt ihr euer zweites Album rausgebracht. Wie kam es dazu?
Dusty Squires: Die Idee zum Album kam dadurch zustande, dass wir ein Skript für einen Film geschrieben hatten. Wir waren damals in Mexiko und hatten eine kreative Phase. Wir wollten einen musikalischen Horrorfilm im Stil von Michael Jacksons „Thriller“ machen. Nachdem wir das Skript wieder und wieder überarbeitet hatten konnten wir leider nicht das Geld auftreiben, das wir für die Produktion benötigt hätten, etwa 30.000 Dollar. Danach wir das Skript verkürzt und beschlossen, das Ganze auf drei Videoclips aufzuteilen, die Basis für die Songs „Welcome to the Night“, „Life on the Run“ und „Darkness Remains“. Wir mussten einfach irgendwo ansetzen. Das letzte Album lief so gut, also wollten wir noch eins draufsetzen und haben die Latte recht hoch gelegt. Die Filmidee fungierte als Vision in unseren Köpfen, daher fiel es uns dann leichter, die Songs zu schreiben.

Wenn man sich den Song „Maiden Hell“ anhört, denkt man unweigerlich auf eine bekannte britische Metal-Band …
Dusty Squires:Den Song kann man sicherlich als Hommage an Iron Maiden verstehen, obwohl er  musikalisch gesehen nicht viel mit dem Stil von Maiden zu tun hat. Jarvis [Leatherby, b & v] ist ein riesiger Fan von NWoBH-Bands. Er hatte die Idee, einen Songtext mit Fragmenten aus verschiedenen Maiden-Songs zu schreiben. 

Im Vergleich zum ersten Album klingt das Drumming reifer, organischer, aber auch komplexer. Welche Songs waren am schwierigsten zu spielen?
Dusty Squires: Oh, eigentlich alle. Aber ich würde sagen, das Intro von „Hallowed Ground” war am schwierigsten. Es war am Anfang aufgrund der vielen Drumfills recht tricky. Ich versuche nicht einfach einen Drumpart zu spielen, den ich mir vorher zurechtgelegt habe, sondern lasse mich durch meine beiden Bandkollegen inspirieren – etwa durch bestimmte Betonungen und Akzente der Gitarre. Dadurch wirkt das Drumming nicht so eintönig, ist aber anfangs auch schwieriger für mich umzusetzen. In „Flight of the Manticore“ musste ich erst einmal ein paar Nächte drüber schlafen, bevor ich die einzelnen Drum-Parts verinnerlicht hatte. Ich spiele auch nicht nach Klick, sondern wir nehmen live auf. Wir schauen uns an, nicken uns zu, geben uns Zeichen, so richtig old-school-mäßig halt. [lacht]

Den vollständigen und viele weitere spannende Artikel findet ihr in der DrumHeads!!-Ausgabe 5/17.