Gomezz Snares: Klang ohne Grenzen

Die Trommeln, die in der Werkstatt von Schagerl Drums gefertigt werden, haben alle eines gemeinsam: Sie sind komplett von Hand gefertigt. Jede einzelne Snare ist ein echtes Unikat.

Die  14 x 8 Zoll Gomezz-Snares sind Signature-Instrumente, gefertigt für den Stereolove-Drummer Mike „Gomezz“ Gommeringer.  Es gibt ein Kupfer- und ein Messing-Modell. Beide Snares sind auf 25 Stück limitiert.

Das Messing-Modell der Snare im Raw-Finish besteht aus zwei bombierten, 0,7 Millimeter starken Messingringen; das Kupfer-Modell aus 0,8 Millimeter dicken Kupferringen, die auf einem drei Millimeter starken Mittelring gesteckt und darauf verlötet werden.

Bombiert bedeutet, dass die Kessel eine Wölbung aufweisen, die dafür sorgt, dass ungewollte Frequenzen nicht zum Tragen kommen. Auf die so geformten Kesselsegmente wird noch jeweils ein Ring angesetzt, auf dem die 45 Grad steile Gratung angebracht ist.

Das Snare-Bed wird auf eine Tiefe von 2,4 Millimeter gefräst  und ist absolut sauber in den Kessel eingebettet. Zehn massive Single-Contact-Solid-Brass-Tube-Lugs sorgen dafür, dass man die Snare mit den Stimmschrauben mit metrischem M5-Gewinde sehr fein stimmen kann. Selbst extrem hohe Stimmungen sind so realisierbar. Obendrein erweist sich diese Konstruktion als äußerst stimmstabil.

Als Abhebung dient ein Trick-Multistep-Throw-Off, welches von Schagerl Drums noch modifiziert wurde. Sämtliche Chromteile der Snare sind mit einem Gold-Lack versehen, die Anbauplatte wurde gebohrt und gefräst, sodass sich die Abhebung sowohl an die Wölbung als auch an den Mittelring anpasst. Ein Paar 2,3 Millimeter starke Antique-Messing-Spannreifen dienen zur Montage der Coated-Ambassador-Schlagfelle sowie der Ambassador Hazy-Reso-Felle. Fehlt noch ein Schagerl-Snare-Teppich mit 16 Spiralen und fertig ist die Grundausstattung.

Gomezz Snares: geradlinige Sounds

Solange man auch sucht, das berüchtigte Haar in der Suppe findet man bei diesen Snares nicht. Jedes einzelne Teil ist zu 100 Prozent sauber verarbeitet. Versetzt man die Messing-Snare in eine hohe Stimmlage, zeigt sie ein  knackiges Attack und ein musikalisches Sustain. Schon bei der leisesten Spielweise antwortet der Teppich sofort und der Kessel beginnt umgehend zu resonieren. Hier merkt man umgehend, welche Power in dieser Snare steckt.

Mittig gestimmt wird die Snare etwas trockener, das Sustain tritt leicht zurück und das Attack wird breiter und präsenter. Tiefe Stimmlagen modellieren das Sustain weit in den Hintergrund, was aber nichts ausmacht, denn der Eigenklang des Kessels übernimmt ab hier die Regie. Er setzt unter den trockenen und wuchtigen Sound stets einen dezenten, aber durchaus präsenten Grundton.

Diesen Grundton kann man je nach Spielintensität gezielt einsetzen, um verschiedenste Sounds zu generieren. Rim-Klicks und - Shots können dezent und zurückhaltend sein. Spielt man diese etwas deftiger, treten sie über den Grundklang des Instruments hinaus und  zeigen ein großes Maß an klanglicher Dominanz. Egal, in welcher Stimmlage, die überaus sensible Teppichansprache erlaubt eine fast grenzenlose Klanggestaltung. Diese Snare ist geradlinig, ohne Einbußen und ohne Kompromisse.

Kupfer-Snare mit „Schmutz“

Das Kupfer-Modell ist klanglich nicht weit entfernt von seinem Messing-Kollegen, aber insgesamt etwas weicher und „unaufgeräumter“ im Sound. Das macht sich besonders bemerkbar, wenn man die Snare tief stimmt. Das Attack geht enorm druckvollen Bässen voraus.

Das Sustain: leicht verwaschen. Und eben diese Minimal-Portion „Schmutz“ gibt dem auslaufenden Bass-Anteil den letzten Schliff. Je höher man diese Trommel stimmt, desto weniger tritt dieser Effekt zu Tage. Im mittleren und hohen Stimmbereich wird der Bass moderater und ein harmonisches Höhenspektrum gibt den Ton an. Das Attack wird spitzer, besitzt aber noch genügend Bass, damit man nicht vergisst, dass es sich hier um eine Snare mit acht Zoll Tiefe handelt. Das Sustain wird länger und schält sich dabei unter dem mittenlastigen Eigenklang des Kessels heraus.

Sämtliche Klangeigenschaften dieser Snare wiederzugeben würde den Rahmen sprengen. Von orchestral anmutenden Klängen, über Jazz bis hin zu modernen Sounds für den Pop-, Rock-, und Metal-Bereich ist alles in diese Kesselkonstruktion eingebettet, man muss es nur herausholen.

Sicher, knapp 1800 Euro kann man wahrlich nicht als Schnäppchen bezeichnen, doch diese Snares sind jeden einzelnen Cent wert. Exklusive Handarbeit sowie erstklassigen Sound bekommt man nicht geschenkt. Im Lieferumfang enthalten sind ein besticktes Gig-Bag und ein Zertifikat, welches das Herstellungsdatum sowie die Seriennummer ausweist und zudem von Gomezz und dem Schagerl-Trommelbauer Markus Lechner unterschrieben ist. Zudem gewährt Schagerl-Drums eine Garantie von fünf Jahren auf diese durch und durch edlen Stücke. 

Weitere interessante Testberichte, unter anderem zum Natal Cafe Racer Drum-Set, findet ihr hier!