Matt Halpern (Periphery): Schlagzeuger sind die Coolsten

Nicht nur am Drumset ist Periphery-Schlagzeuger Matt Halpern viel und schnell unterwegs: Seine Workshop-Tour durch halb Europa lässt keine Verschnaufpause zu. Trotz Jetlag erklärte er uns gut gelaunt, wie man das Wort „Trommel“ richtig ausspricht.

DH!!: Matt, neben deiner Arbeit mit Periphery bist du viel mit Workshops und Clinics beschäftigt. Wie wählst du die Themen für solche Veranstaltungen aus?
Matt Halpern: Die Themen meiner Workshops ändern sich mit den Interessen der Zuschauer. Ich versuche mich auf grundlegende Dinge zu konzentrieren. Aber nicht unbedingt auf Rudiments, sondern eher auf Groove und Feel. Es ist mir wichtig, Schlagzeugern dabei zu helfen, ihren Sound zu finden.

Welche musikalischen Genres werden dabei besprochen? Konzentrierst du dich auf dein Spezialgebiet, den Prog-Metal?
Die Workshops behandeln eigentlich alles Mögliche. Viele Fragen, die mir gestellt werden, beziehen sich natürlich auf die Musik, die ich mache. Die Teilnehmer interessieren sich für ungerade Metren, Polyrhythmik, Ghostnotes und so weiter. Ansonsten versuche ich zu vermitteln, was ich weiß.

Kommen eigentlich auch viele Nicht-Trommler, die aber Periphery-Fans sind, zu deinen Workshops?

Es kommen viele Gitarristen, Bassisten und ganz einfach Musikfans. Ich versuche meinen Unterricht so simpel wie möglich zu gestalten und Dinge so einfach wie möglich zu erklären. Daher ist es egal, ob man Schlagzeug spielt oder nicht – man versteht das Konzept dahinter.

Besuchst du selbst ab und zu Workshops deiner Kollegen?
Wann immer ich Zeit habe, gehe ich zu Workshops. Vor einiger Zeit habe ich Todd Sucherman gesehen, das war großartig. Ich hatte auch die Möglichkeit Drummer wie Aaron Spears, Chris Coleman, Dennis Chambers, Mike Mangini oder Matt Garstka zu sehen. Diese Typen haben mich wirklich inspiriert, und ich habe das Glück, mit ihnen auf Tour gewesen zu sein.

2016 kamen neben deiner neuen Signature-Snare auch die Modelle der Kollegen Russ Miller und Chris Adler auf den Markt. Welche der drei Trommeln ist die coolste?
Ich bin voreingenommen, weil ich meine Snare wirklich mag. Den Prototypen haben wir seit ein paar Jahren, und seitdem habe ich ihn bei jeder Show und auf allen Aufnahmen verwendet. Sie ist einfach genau das, nach was wir gesucht haben.

Wie gehst du ansonsten an die Auswahl deiner Trommeln heran?
Ich mag Mapex-Trommeln, weil sie sehr dunkel klingen und dennoch viel Punch haben. Man kann sehr viel Attack und Vibration aus ihnen herausholen. Bei Periphery habe nicht nur ich meinen Drum-Sound geformt und geschliffen, sondern wir alle, damit er zur Musik passt. Das heißt nicht, dass er sich nicht mehr verändern wird. Die Musik gibt den Klang der Instrumente vor, und davon lassen wir uns leiten.

Grooves & Licks Matt Halpern

Deine Bandkollegen haben bezogen auf dein Equipment also ein Mitspracherecht?
Ich weiß inzwischen, welche Trommeln und welches Tuning sie mögen. Mein Bassist und ich haben sehr viel Zeit damit verbracht, an der richtigen Stimmung, der Fell- und Beckenauswahl zu arbeiten. Zum Glück lassen mich meine Endorsement-Partner mit diesen Dingen experimentieren.

2016 kam das neue Periphery-Album „Periphery III – Select Difficulty“ heraus. Wie kommt es bei den Fans an?

Ich glaube, sie mögen es. Die letzte Tour war die beste, die wir je hatten. Die Leute kannten schon alle Texte auswendig und spielten einfach verrückt. Es ist wirklich mein Lieblingsalbum. Im Vergleich zu den letzten Alben kann man eine natürliche Entwicklung erkennen. Wir haben uns sowohl persönlich als auch musikalisch entwickelt. Wir versuchen immer, an uns zu arbeiten und uns zu verbessern. Ich denke, dass das Album genau den Punkt repräsentiert, an dem wir uns als Band momentan befinden. Wir versuchen nicht das zu beanspruchen, was wir in der Vergangenheit gemacht haben oder was wir in Zukunft anders machen wollen.

 
 

Equipment Matt Halpern

DrumsMapex
22 x 18'' Bassdrum
16 x 14'', 14 x 14'' Floortom
12 x 9'', 10 x 8'' Tom
Snare: Mapex Black Panther Wraith 14 x 6''

Becken

Meinl
18" Byzance Traditional Extra Thin Hammered Crash
14" Byzance Traditional Medium Hi-Hat
8", 10" Byzance Traditional Splash
19" Byzance Traditional Medium Thin Crash
18" Byzance Vintage Sand Medium Crash
22" Byzance Dark Ride
18" Byzance Dark China
17" Byzance Jazz Medium Thin Crash
20" Byzance Brilliant China

DrumsticksPromark TXMHW Matt Halpern

Wie ist die Platte entstanden?
Wir sind alle stark in den Songwriting-Prozess eingebunden. Über die Jahre haben wir als Band die Regel aufgestellt, dass wir beim Schreiben neuer Songs alle anweisend sein müssen. Dadurch sind wir alle der Musik mehr verbunden und leidenschaftlicher, wenn es darum geht, dass sie funktioniert. Wenn wir also ein Album schreiben, treffen wir uns alle an einem Ort.

Was war der schwierigste Teil der Produktion?
Am schwierigsten war wohl die Ausführung der Parts, die wir geschrieben hatten. Wir mussten alle neue Fertigkeiten entwickeln. Wir haben uns für dieses Album gepusht und viel geübt. Als wir die Songs geschrieben haben, wussten wir also gar nicht, ob wir sie spielen konnten.