Workshop: Musikalische Mathematik – Teil 4

Das hat Hand und Fuß! Dieses Mal gestaltet ihr mit Peter ein gewöhnliches Schlagzeug-Lick ein bisschen extremer – eine Hand-Fuß-Figur, die zwei Schläge mit den Händen mit einem Schlag mit dem Fuß kombiniert. Dieses polyrhythmische „Lick“ findet ihr in allen Musikstilen: von Jazz über R’n’B bis zu Rock und Metal.

Heute sind Kombinationen zwischen Händen und Füßen beliebter als je zuvor – nicht zuletzt, weil diese Technik durch ihre exzessive Verwendung in den allgegenwärtigen „Gospel Chops“ einen Popularitätsschub bei Schlagzeugern erfahren hat. Die als Hand-Fuß-Kombination gespielte Triole ist eins der gewöhnlichsten Licks am Schlagzeug, das ihr heute überall hören könnt – gleichwohl sehr unterschiedlich, je nach Dynamik und Gefühl. Auch sehr wichtig ist dabei, wie es instrumentiert wird. In den Übungen dieser Folge spielt ihr die ganze Zeit dasselbe „Sticking“ – zum Beispiel rechts, links – mit den Händen, gefolgt von der Kickdrum mit dem Fuß. Es gibt natürlich noch andere Kombinationen. Nachstehend ein paar Beispiele.

Die Übung beginnt damit, dass ihr jede der Triolen-Unterteilungen vier Mal spielt – und das Ganze jeweils in Vierteln (ein Takt), Achteln, Achteltriolen, Sechzehnteln, Quintolen und Sechzehnteltriolen. Weil ihr hier eine Figur mit drei Schlägen spielt, müsst ihr das Ganze drei Mal spielen, um wieder zu der Ausgangsposition (der Kombination vor der „Eins“) zu gelangen. Wie in Beispiel 1 notiert, fangt ihr mit einer Achtelnote mit dem Fuß an.

Nur mit Metronom trommeln

Wichtig: Diese Übung muss mit Metronom geübt werden! Trommelt sie anfangs nur mit Snare und Kickdrum. Danach geht ihr dazu über die Hände über das ganze Kit verteilt zu spielen. Dies ist schwieriger als ihr vielleicht denkt, weil es ganz anders klingt, wenn ihr improvisiert über verschiedene Trommeln und Becken spielt. Also: aufpassen! Danach spielt ihr jede Unterteilung nur im 2/4-Takt (Bsp. 2) und schließlich und endlich im 1/4-Takt (alle weiteren Beispiele ab hier findet ihr am Ende des Schlagzeug-Workshops). Ich habe euch hier die Übung – was die Notenwerte angeht – so strukturiert, dass es sich von Unterteilung zu Unterteilung immer um einen Schlag erhöht – also von Achtel über Achteltriolen hin zu Sechzehnteln etc. Anfangs empfiehlt es sich, nur je zwei Unterteilungen in Kombination zu üben, zum Beispiel Achteltriolen und Sechzehntel, Achtel und Quintolen und so fort – so dass ihr alle möglichen Kombinationen durchübt. So lernt ihr auch, die Übergänge zwischen verschiedenen Unterteilungen zu beherrschen.

 
 

Das Ziel: Coole Drum-Fills

Abschließend habe ich drei verschiedene Combo-Beispiele notiert, die ihr auch am gesamten Kit instrumentieren solltet. Diese Kombinationen erschließen euch den Sinn der gesamten Übung: nämlich coole Drum-Fills zu kreieren! Diese Fills bestechen dadurch, dass sie anders als „gewöhnliche“ Fills klingen. Probiert aus und erfindet eure eigenen Kombinationen. Instrumentiert sie nach Lust und Laune am Kit, um auf eigenen Ideen zu kommen. Bedenkt: „Prog“ ist lediglich eine Vorsilbe. Eurer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Viel Erfolg!

Peter Wildoer sitzt seit 1998 bei den schwedischen Thrash-Metallern „Darkane“ an den Drums und arbeitete u.a. mit den Bands Arch Enemy, Armageddon, Majestic und Pestilence. 2011 machte er bei den Drum-Auditions von Dream Theater von sich reden, als er mit 6 anderen ins Finale vorstieß. Die Band, für deren Sänger James LaBrie Peter schon getrommelt hat, listete ihn sogar unter ihren 3 Top-Favoriten. Peter arbeitet auch als Clinician und unterrichtet in seiner Heimat Südschweden als Mathe-Lehrer.
www.peterwildoer.com
www.youtube.com/user/wildoerfaren

Diesen und viele weitere spannende Artikel findet ihr in der DrumHeads!!-Ausgabe 4/2012.