Workshop: Oriental Grooves – Teil 2

In Teil zwei des Schlagzeug-Workshops stellt Daniel Schild zwei arabische Rhythmen vor: den Saraband ­Saghier und den Saraband Kabir. 

Hallo, Merhaba, Salam, As-salam aleikum, liebe Freunde der exotischen Trommelkunst!
Die beiden speziellen Grooves, um die es diesmal gehen wird, sind miteinander verwandt. Beide sind Drei-Viertel-Rhythmen und unterschieden sich lediglich im Tempo und in kleinen Variationen. 


 
 

Saraband-Saghier-Rhythmus

Wir beginnen mit der langsamen Variante des Saraband Saghier. Wie alle traditionellen Rhythmen ist auch dieser eigentlich ein Groove, der von einem Percussion-Instrument herrührt und in diesem Fall von der Darbuka auf das Drumset adaptiert wurde. Dieser Groove, der traditionell als Begleitung im Bauchtanz eingesetzt wird, wird auch als „kleiner Walzer“ bezeichnet und weist einen ähnlichen Charakter wie der westliche Walzer auf.
In Beispiel 1 findet ihr eine recht simple Instrumentation des Saraband Saghier am Drumset vor. Die auf der Darbuka gespielten Basstöne werden mit einer offen gespielten Bassdrum interpretiert. Hierfür sollte der Schlägel nicht auf dem Fell liegen bleiben. Am einfachsten ist das mit der „Heel down“-Technik umzusetzen. Sprich: Der ganze Fuß liegt auf dem Pedal. Die hohen Töne wie beispielsweise Open- und Slap-Sounds werden auf Hi-Hat oder Snare verteilt.
Eine erste Variation ist in Beispiel 2 notiert. Hier werden die Zählzeiten 3 und 3+ auf das erste Tom verteilt. Versucht auch mal anstelle der Hi-Hat das Ride zu benutzen und hier ebenso wie in Beispiel 3 die Zählzeiten 1 und 2 auf der Beckenkuppe zu betonen.
Beginnt bei Tempo 80 bpm und steigert euch bis etwa 95/100 bpm.
Eine weitere Möglichkeit, dem Groove einen anderen Touch zu verleihen, ist die in Beispiel 4 notierte Variante. Hier habe ich die beiden Sechzehntel, beginnend auf der 1+ durch Sechzehntel-Triolen ersetzt. Dadurch wirkt der Groove im ersten Drittel etwas voller und weicher und kommt dem auf der Darbuka gespielten „Finger Roll“ nahe.