Workshop Spielen nach Stilen – Teil 6

Nachdem es im letzten Workshop mit Rockmusik richtig zur Sache ging, lassen wir in dieser Workshop-Folge mit brasilianischer Musik am Schlagzeug die Hüften kreisen. 

Die Ursprünge der brasilianischen Musik bestehen hauptsächlich aus einer Mischung von europäischer Musik der ehemaligen Kolonialmacht Portugal (melodische Formen) und afrikanischen Einflüssen der nach Brasilien verschleppten Sklaven (synkopierter Rhythmus, 2/4-Takt). Charakteristisch ist die Verbindung von einerseits traditionellen und andererseits modernen Elementen und Einflüssen. Der populärste brasilianische Musikstil ist die Samba, die insbesondere in Rio de Janeiro und Sao Paulo große Bedeutung hat (checkt mal Vertreter wie Ari Barroso, Carlinhos Brown/Timbalada, Caetano Veloso oder Villa-Lobos). In den 50er Jahren wurde eine entspanntere, ruhigere Version der Samba entwickelt, die Bossa Nova (bekannte Künstler sind unter anderen Antonio Carlos Jobim und Astrud Gilberto), womit brasilianische Musik erstmals internationale Bedeutung erlangte.

 
 

Steckbrief Micha Fromm

Micha Fromm (*1978) hat am Drummers Institute in Düsseldorf und am Drummers Focus in Köln studiert. Micha lebt in Hannover und ist als Freelancer mit zahlreichen Bands und Künstlern, wie z.B. Kim Sanders, Jamie-Lee, Jutta Weinhold, Rene Shades, The Dublin Legends, Torsten Goods, Laura Diederich, Fairytale, The Ordeal, James Kakande u.v.a. überall auf der Welt unterwegs. Außerdem ist er Workshopdozent und -autor, unterrichtet und spielt zahlreiche Recording Sessions. Im Jahr 2013 wurde Micha Fromm mit dem Deutschen Rock & Pop Preis in der Kategorie “Bester Schlagzeuger“ ausgezeichnet.
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Samba-Schlagzeugrhythmus

In Beispiel 1 ist eine Samba Batucada für das ganze Drumset notiert. Die verschiedenen Stimmen, die von den Perkussionisten in einem Samba-Ensemble gespielt werden, werden hier für das Drumset übersetzt. Das tiefe Tom übernimmt dabei das Surdo-Drum-Pattern (Trommel in der Größe eines Floortoms mit zwei Fellen, die umgehängt mit Mallets gespielt wird), unterstützt von der Bassdrum. Die Snaredrum-Stimme, typischerweise einer Piccolosnare (Caixa), wird auch am Drumset von der Snare übernommen. Die zweite Snare-Note wird jeweils „gebuzzt“, also als Presswirbel gespielt. Die Sechzehntel werden nicht streng binär gespielt, sondern befinden sich irgendwo zwischen binär und ternär (loose, greasy). Die getretene Hi-Hat unterstützt den Puls, die Öffnung bringt eine zusätzliche Klangfarbe. Vom Handsatz her gibt es ebenfalls verschiedene Varianten. Versucht die Sechzehntel einmal RLRL und einmal RRLR zu spielen. Die Varianten fühlen sich völlig unterschiedlich an und klingen auch entsprechend. Übt zunächst die Parts der Hände und Füße einzeln und in einem sehr langsamen Tempo. Anschließend setzt beide Patterns zusammen. Versucht auch, die Samba mit Besen zu spielen.