sE Electronics V Kick & V Beat Mikrofone: Alles handgemacht!

Bei sE Electronics wird noch alles per Hand gefertigt. Das zeigt sich auch in der Qualität der hergestellten Mikrofone. Im Test nehmen wir uns die neuen Drum-Mikros V Kick und V Beat vor, schauen uns aber auch weitere Mikros wie das V7 X sowie die Kleinmembraner sE7 und sE8 an.

Das Familienunternehmen sE Elec­tronics hat sich mittlerweile zu einem international anerkannten Mikrofonhersteller entwickelt. Nicht zu­letzt die Zusammenarbeit mit Rupert Neve unterstreicht den Qualitätsanspruch des Unternehmens. In unserem Test geht es um die dynamischen Mikrofone V Kick, V Beat und V7 X sowie die Kleinmembran-Kondensatormikrofone sE7 und sE8, die speziell für die Schlagzeug-Abnahme ge­dacht sind.  

 

Das Mikrofon ist der erste und wich­tigste Teil des Signalweges. Diesem Um­stand folgend fertigt sE Electronics alle Mi­krofone und dazu gehörende Komponen­ten mit größter Sorgfalt von Hand. Die Liebe zur Qualität geht sogar so weit, dass die beiden Mikrofone eines Stereo-Sets aus hunderten hergestellten Mikrofonen ausgesucht werden. Dennoch ist sE Elec­tronics in der Lage, hochwertige Produkte zu attraktiven Preisen anzubieten. Dies ist unter anderem möglich, weil das gesamte Produktdesign, das Engineering sowie die Mehrheit der Produktion in der hauseige­nen Fabrik stattfinden. Doch nun zu den Probanten des heutigen Tests. 

 

Gute Optik und Haptik

Die Gehäuse der Mikrofone bestehen aus Metall mit einer Zink-Druckgusslegierung. Die Mikrofone V Kick, V Beat und V7 X verfügen über einen abschraubbaren Fe­derstahlkorb mit integriertem, roten Wind­schutz, der die dahinter befindlichen Kom­ponenten vor Stoßwirkung schützt und un­erwünschte Wind- oder Popp-Geräusche reduziert. Die XLR-Anschlüsse sind vergoldet, was eine verlustfreie und zuverlässige Signalverbindung garantiert. Die Ganzme­tallgehäuse sind äußerst robust und unterstützen eine lange Lebensdauer. Die Mikrofone liegen gut in der Hand und machen einen absolut wertigen Eindruck. 

 

Hochwertige Komponenten

Alle dynamischen Mikrofone verfügen über eine Supernieren-Charakteristik, die eine bestmögliche Isolation des jeweiligen Signals von anderen Schallquellen unterstützt. Das Mikrofon V7 X ist mit einer innovativen Aluminium-Tauchspule ausgestattet. Hier entkoppelt eine neue, patentierte Lagerung die Kapsel vom Gehäuse und reduziert dadurch Trittschall und andere, durch den Gebrauch entstehende Rumpelgeräusche. Für die Mikrofone V Kick und V Beat wurde die DMC7-Kapsel mit unterschied­licher Abstimmung verwendet. Auch hier entkoppelt die interne Kapselaufhängung die jeweilige Kapsel effizient von mecha­nischen Vibrationen und Erschütterungen und macht damit einen externen Shock­mount überflüssig. 

Robustes Drum-Mikrofon

Vorgesehen für unterschiedliche Signale mit hohem Bassanteil ist das V Kick mit der DMC7 SB-Kapsel ausgestattet, die speziell auf die Transienten einer Kick Drum abgestimmt ist. Die Kapsel mit Alu­minium-Schwingspule sorgt für einen aus­gewogenen Klang und unterstützt die natürlichen Resonanzen von Percussion-Instrumenten. Auf der Rückseite des Mikrofons befinden sich ein Voicing- und ein Frequenz-Schalter, mit denen der ge­wünschte Klangcharakter in vier unterschied­lichen Einstellungen angepasst werden kann. Pfiffig dabei ist das integrierte Dreh­gelenk, das eine flexible Platzierung des Mikrofons am Instrument ermöglicht Hier­bei sind die Mikrofon-Halterung und die XLR-Buchse für das Kabel parallel ange­ordnet, was die Kabelführung extrem erleichtert.

 

Allzweckwaffe V7X

Das dynamische Mikrofon verfügt über ein brandneues Akustikdesign. In Kombination mit der speziell auf den Verwendungs­zweck abgestimmten Kapsel bietet das V7X einen sehr frischen und offenen Klang und ist hierdurch bestens für die Abnahme jeglicher Instrumente, Gitarren-/Bass-Amps, Drums, Bläser oder auch Chöre geeignet.
Das V Beat ist für die Verwendung an Snare und Toms konzipiert und versteht sich als kompaktestes Drum-Mikrofon seiner Klasse. Die interne DMC7 X-Kapsel bietet prinzipiell die gleichen Technologien und Funktionen wie die im renommierten V7, wurde jedoch für den Instrumenteneinsatz angepasst. Durch die optional erhältliche Halteklammer V Clamp lässt sich das Mikrofon V Beat kinderleicht an Toms befestigen. Hierzu wird die Halteklammer durch vorsichtiges Dehnen der flexiblen Klammer schnell und einfach an der jeweiligen Tom befestigt, die Höhe beziehungsweise der Winkel lassen sich durch Lösen der Feststellschraube und Verschieben des Metallstabes individuell anpassen.
Aufgrund des transientenreichen Sounds mit sattem Bass und einem ausgewogenen Mittenbereich eignet sich das V Beat auch bestens als Abnahmemikrofon für Gitarrenlautsprecher oder Blechblasinstrumente. 

 

Hochwertige Ausstattung bei sE7 und sE8

Das sE7 ist ein Back-Elektret-Kleinmembran-Kondensatormikrofon mit Nierencharakteristik. Die hochwertige interne Kondensatorkapsel ist mit einer ultradünnen Membran versehen, die für ein exzellentes Einschwingverhalten sorgt. Das Akustikdesign wurde optimiert, zusätzlich dazu verfügt das sE7 über diskrete Class-A-Schaltkreise, einen Pad-Schalter, einen schaltbaren 80 Hz-Low-Cut-Filter und einen übertragerlosen Ausgang. Diese Komponenten sorgen für einen sehr großen Dynamikumfang, gleichzeitig ist das sE7 das leiseste Mikrofon seiner Klasse. Die absolut ausgewogene und natürliche Klangqualität des sE7 eignen es als Abnahmemikrofon für viele unterschiedliche Instrumente, wie etwa Gitarren, Pianos, Blechbläser und natürlich Drums. Zum Lieferumfang gehört ein Windscreen sowie ein robuster Mikrofonclip mit Gewindeadapter. Sehr praktisch. Auch das sE8 ist ein Kleinmembran-Kondensatormikrofon mit Nierencharakteristik, hier jedoch mit einer von Hand gefertigten Kapsel mit einem ausgeklügelten Backplate-Design. Dieses sorgt für einen perfekt ausbalancierten Klang ohne jemals bissig oder aggressiv zu klingen. Gleichzeitig ist auch das sE8 eines der leisesten Kleinmembran-Mikros der Welt – und das mit dem höchsten Dynamikbereich und SPL-Handling seiner Klasse. Prinzipiell wie der kleine Bruder sE7 ausgestattet, verfügt das sE8 jedoch sogar über einen schaltbaren 80/160 Hz-Low-Cut-Filter. Das sE8 ist aufgrund seiner Charakteristik bestens für die Abnahme von Hi-Hats oder als Overhead-Mikro geeignet.  

 

Gelungenes Konzept

Bei einem Live-Konzert erwiesen sich die Probanten als überaus gelungene Kombination. Das Mikrofon V Kick lieferte einen grundsoliden Sound mit einem satten Punch. Die V Beats als Tom-Mikrofone und das V7 X als Snare-Mikrofon überzeugten durch eine sehr natürliche Soundwiedergabe mit einem klar definierten Mittenbereich und präsenten, jedoch unaufdringlichen Höhen. Die hervorragende Off-Axis-Unterdrückung der DMC7-Kapsel reduzierte hierbei sehr effizient das Übersprechen anderer Schallquellen. Zusätzlich dazu sorgte die Supernierencharakteristik der Mikrofone für einen größeren Feedbackabstand – im Ergebnis setzte sich das Schlagzeug im Mix optimal durch. Mit einem sE8 für die Hi-Hat und einem sE7-Stereopaar als Overheads eingesetzt, waren alle Instrumenten stimmen bestens zu hören und die Drums klangen über den gesamten Frequenzbereich offen und transparent. In der Summe haben die Mikrofone wirklich alles, um Musiker und Sound-Designer glücklich zu machen. Sie klingen sehr gut, sind für viele unterschiedliche Verwendungen wie live oder im Studio geeignet, punkten durch sinnvolle Features sowie ihren attraktiven Preis und sollten daher auf keinem Einkaufszettel fehlen.

› Frank Florack 

 

Mehr Infos: https://www.seelectronics.com/  

Dieser Testbericht stammt aus DrumHeads!! Ausgabe 4/2019.