Tama S.L.P. Big Black Steel

Als Rockdrummer fühlt man sich manchmal genötigt, „die Dicke“ auszupacken. Gemeint ist eine äußerst tiefe und wuchtige Snare Drum, die selbst den größten Primadonnen unter den Gitarristen zeigt, wo der Hammer wirklich hängt.

Gemeinhin endet das Maß einer solch massigen „Lady“ bei kurvigen 14 x 8 Zoll – doch das muss nicht sein. Tama hat mit der S.L.P. Big Black Steel Snare Drum eine wahre Rubensdame mit den Maßen 15 x 8 Zoll im Portfolio. Und mit der lässt sich ­einiges anfangen.

Das Grundgerüst dieser Trommel ist ein gewalzter, schwarz vernickelter, ein Milli­meter dicker Stahlkessel mit einer Sicke. Zusätzliche Hardware-Komponenten sind:

  • zehn Hi-Tension-Lugs
  • eine MCS70A-­Snare-Abhebung mit passendem Buttend
  • ein Satz 2,3 Millimeter dicke Mighty-Hoops
  • ein Snare-Teppich aus der Starclassic-Serie

Ein G1-Coated-Schlagfell und ein Hazy300-Resofell von Evans machen die Snare Drum komplett.
Der glanzvernickelte Kessel ist in allen ­Belangen sauber verarbeitet. Das gilt auch für die 45 Grad steile Gratung und für das dezent abgesetzte Snare-Bed. Sämtliche Beschlagteile sind mit  Platzhaltern aus Gummi vom Kessel getrennt.
Natürlich muss man erst einmal testen, wie tief man so ein Instrument stimmen kann. Mit den Hi-Tension-Lugs lässt sich das sauber und präzise erledigen. Obendrein halten sie die Stimmung recht gut. Der tiefstmögliche Ton dieser Trommel ist beeindruckend. Hier macht sich bemerkbar, was dieses eine Zoll mehr ausmacht.

Tama S.L.P. Big Black Steel: Es kommt doch auf die Größe an!

Doch wie es oft der Fall ist, liegt der Teufel im Detail. Das tiefe Tuning entlockt der 15 x 8 Zoll messenden Snare Drum einen fulminanten und kräftigen Bass-Ton, der sich deutlich von dem einer 14 x 8 Snare abhebt. Wo sich eine 14 x 8 Zoll Snare noch gut und sauber spielen lässt, erfordert die 15 x 8 Big Black Steel Snare Drum eine enorm saubere Spielkultur. Pressrolls zum Beispiel erfordern zum einen weitaus mehr Kraft, wenn man sie auf ein Modell mit solchen Maßen setzt. Zum anderen zeigt sich die Trommel dabei träge. Straighte Sounds allerdings haut diese Dickmadame von Tama einem nur so um die Ohren, und das mit einem hammerharten Attack und einem knappen, aber stimmigen Sustain.

Die Teppichansprache ist, zumindest in tiefen Stimmlagen, zäh. Mittlere sowie hohe Tunings erlauben weitaus mehr Kontrolle über diese Snare Drum. Pressrolls sowie ebenso akzentuierte Double- oder Triple-Strokes ­gehen so gestimmt schon leichter von der Hand. In diesen Stimmlagen macht sich die Größe der Trommel durch einen dominanten Bassanteil und wenig Sustain bemerkbar. Rim-Klicks kommen akkurat daher, Rim-Shots machen sich mit viel Klangvolumen und Lautstärke den Weg frei.

Sicher ist Tamas 15 x 8 Zoll Big-Steel-Lady kein alltägliches Instrument, und auch nicht unbegrenzt einsetzbar. Sucht man aber einen „Rock-Eimer” mit Charakter und Präsenz, darf man ruhig zugreifen.

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