Test Roland El Cajon EC-10M: Trigger für die Kiste

Das eigene Instrument durch Triggersounds aufzupeppen, war bisher das Privileg der Schlagzeuger.
Roland ändert dies mit dem EC-10M und eröffnet Cajon-Spielern damit neue Klangdimensionen.

Im Jahr 2016 stellte Roland mit dem El Cajon die erste Hybridcajon seiner Produktpalette vor. War es bisher den Drummern vorbehalten, akustische Trommeln mit Samples zu triggern, wurde es nun erstmals auch Percussionisten möglich elektronische und akustische Sounds zu kombinieren. Mit dem EC-10M geht Roland jetzt noch einen Schritt weiter, da es dem Anwender ermöglicht, nahezu jedes akustische Cajon mit ähnlichen Features nachzurüsten.

Elektronische Percussion-Module wie das Handsonic oder die Korg Wavedrum sind nichts Neues mehr und schon lange am Markt etabliert. Ein akustisches Percussioninstrument, das den akustischen Sound mit elektronisch getriggerten Samples kombiniert, ist dagegen eine echte Neuheit.

Das Soundmodul der Roland EC-10M ist als kompaktes Effektpedal konzipiert, ähnlich wie man es schon von Gitarreneffektpedalen kennt. Auf der Oberfläche des Moduls finden sich zwei Triggerpads (A und B), die mit den Füßen bedient werden können und je nach Einstellung unterschiedliche Funktionen übernehmen. 

Übersichtlicher Trigger-Aufbau

Zwischen den beiden Pads befindet sich ein weiterer Knopf, mit dem man zwischen den drei Betriebsmodi für die Triggerpads wählen kann. Am oberen Ende des Geräts befinden sich vier große Dreh-Regler. Zwei von ihnen kontrollieren den akustischen Sound des angeschlossenen Mikrofons und regulieren sowohl die Lautstärke als auch einen internen Kompressor, den man dem Signal beimischen kann. Die anderen beiden regeln die Empfindlichkeit und die Lautstärke der internen elektronischen Sounds.

Anschlussseitig stehen neben dem Mikrofoneingang, der als 3,5-mm-Klinke vorliegt, auch ein Triggereingang zur Verfügung. An ihn lassen sich zwei externe Trigger, beispielsweise externe Pedale, anschließen. Neben der Buchse für das mitgelieferte Clipmikrofon befindet sich ein Schalter für die sogenannte „Enhance“-Funktion. Wird dieser betätigt, werden die Höhen des Mikrofons angehoben, um dem Sound mehr Klarheit zu geben.

Ausgangsseitig stehen zwei Outputs zur Verfügung. Der Mic/Mix-Ausgang liefert wahlweise sowohl das akustische als auch das elektronische Signal kombiniert  – oder nur das Mikrofonsignal. Am Electronic-Ausgang liegt nur das elektronische Signal an. Sobald ihr einen Klinkenstecker in diesen Ausgang steckt, wird das elektronische Signal auf dem Mix-Ausgang abgeschaltet, so dass ihr die Signale auf getrennten Ausgängen anliegen habt. Mit Strom versorgt wird das Gerät über das beiliegende Netzteil. Optional lässt sich das EC-10M auch mit handelsüblichen Batterien betreiben.

Für die Klangübertragung legt Roland dem Soundmodul ein Clipmikrofon bei. Es wird einfach ans Schallloch geklemmt. Für die meisten Cajons mit rundem Schallloch passt es einwandfrei. Meine Testcajon hat das Schallloch in Schlitzform. Mit ein wenig Fummelei lässt sich das Mikrofon aber auch dort stabil anbringen.

Roland El Cajon EC-10M: auf zum Test!

Nachdem nun alles aufgebaut und das Mikrofon angeklemmt und mit dem Modul verbunden ist, wird es Zeit für einen ersten Test. Positiv fällt auf, dass die elektronischen Sounds bereits gut ansprechen, ohne dass irgendetwas eingestellt ist. Über die Dreh-Regler lassen sich die Ansprache und das Mischungsverhältnis der Sounds ganz einfach weiter anpassen. Was sich im ersten Moment ungewohnt anfühlt, macht im nächsten schon richtig Spaß. Wer hätte gedacht, wie fett eine Cajon klingen kann, wenn man es mit Rolands 808-Sounds aufpeppt? Auch der akustische Sound, den das kleine Clipmikrofon liefert, ist nicht von schlechten Eltern. Zugegeben, mit dem Sound des in meiner Cajon fest verbauten Grenzflächenmikrofons kann es nicht mithalten.

 
 

Dennoch weiß es externen Mikrofonen im unteren Preissegment durchaus die Stirn zu bieten. Nicht zuletzt dadurch, dass es an der Cajon befestigt ist, hängt es so manch anderes Mikrofon ab. Ich persönlich vermisse mehr Möglichkeiten, den akustischen Klang zu bearbeiten, beispielsweise durch einen integrierten Equalizer. Manch anderer mag aber gerade diese Einfachheit schätzen.

Auch der akustische Sound, den das kleine Clipmikrofon liefert, ist nicht von schlechten Eltern. Zugegeben, mit dem Sound des in meiner Cajon fest verbauten Grenzflächenmikrofons kann es nicht mithalten. Dennoch weiß es externen Mikrofonen im unteren Preissegment durchaus die Stirn zu bieten. Nicht zuletzt dadurch, dass es an der Cajon befestigt ist, hängt es so manch anderes Mikrofon ab. Ich persönlich vermisse mehr Möglichkeiten, den akustischen Klang zu bearbeiten, beispielsweise durch einen integrierten Equalizer. Manch anderer mag aber gerade diese Einfachheit schätzen.

Insgesamt 16 Presets mit akustischen und elektronischen Percussion-Sounds stehen zur Verfügung. Damit lässt sich schon eine ganze Menge anfangen; eine große Auswahl ist es aber nicht. Die Qualität der Samples ist gut, aber auch hier ist noch viel Luft nach oben. Der Dynamikbereich der Samples ist recht klein, weshalb es schnell mal nach Maschinengewehr klingen kann. Ghostnotes werden kaum wiedergegeben. Zwar lässt sich die Sensibilität verringern, damit der Trigger auch bei leisen Ghostnotes anspricht, aber die getriggerten Sounds klingen dabei nahezu genauso laut wie die lauten Schläge übernehmen.

Roland El Cajon EC-10M: Loop Funktion inklusive

Ein kleiner Wermutstropfen ist auch die fehlende Möglichkeit, die Sounds der einzelnen Presets frei miteinander zu kombinieren. Man muss also mit den vom Hersteller vorgegebenen Presets auskommen. Auch die Sounds der Triggerpads lassen sich leider nicht verändern. Je nachdem in welchem Funktionsmodus sich das Gerät befindet, haben die Triggerpads unterschiedliche Funktionen. Ist das Gerät im Kit-Shift-Modus, kann man mit den Triggerpads zwischen den einzelnen Presets hin und her schalten. Im Pad-Modus funktionieren die Pads als zusätzliche Trigger, mit denen man unterschiedliche Sounds wie Kickdrums oder Percussion-Sounds abfeuern kann. Außerdem gibt es den Looper-Modus, in dem das Gerät die Funktion eines einfachen Looper-Pedals hat. So könnte man beispielsweise einen Groove spielen und loopen und anschließend darüber improvisieren. Geloopt werden allerdings nur die internen Sounds. Gerade zum Üben ist das sehr praktisch.


Roland El Cajon EC-10M im Überblick

Eingänge: Stereo-Klinke 6,3 mm
Ausgänge: zwei Mono-Klinken 6,3 mm
Presets: 16
Vertrieb: Roland

  • kompakte Bauform
  • Eingänge für externe Trigger
  • mit den meisten Cajons kompatibel
  • begrenzte Auswahl an Samples
  • Samples wenig dynamisch