Test: Zildjian K Custom Special Dry Series

Tief ist der Ton. Und trocken dazu. In der Vergangenheit gab es bereits einzelne K-Custom-Dry-Modelle im Zildjian-Sortiment. 2017 hat der Edelhersteller gleich eine ganze Serie vorgestellt.

Der Name ist Programm: K Custom Special Dry sind im wahrsten Sinne des Wortes spezielle Becken. Das Erscheinungsbild erinnert ein wenig an Cymbals aus vergangenen Tagen; die Oberflächenstruktur mit tiefen, eng aneinander liegenden Rillen und die unbehandelte Kuppen geben ihnen aber auch eine deutliche moderne Note. Schön anzusehen ist zudem der leicht bronzefarbene Ton. Die tiefen Hämmerungen wurden per Hand in größeren Abständen eingelassen.

K Custom Special Dry: rauchig und dunkel

Die 14 und 15 Zoll großen Hi-Hats lassen schon erahnen, wo die Reise klanglich hingeht. Die Hats reagieren zügig, mit weicher, trockener Ansprache, und klingen in kurzem Sustain ab. Es entsteht ein dunkler Ton mit trashigen Anteilen, die besonders im halbgeöffneten Zustand zum Vorschein kommen. Der Klang beim Treten der Hi-Hat ist tief und prägnant.

Das 21-Zoll-Ride entfaltet seinen Klang ähnlich schnell wie die Hi-Hats und entwickelt auf dem Bogen einen schönen, erdigen Ton. Dank des dünnen Profils lässt es sich problemlos mit weichem und tiefem Ton ancrashen. Das Sustain fällt, egal ob auf dem Bogen oder am Rand gespielt, sehr kurz aus. Die flache Kuppe setzt sich tonal nur unwesentlich vom Rest des Beckens ab und lässt einen rauchigen und tiefen Klang entstehen.

Beim 23 Zoll großen Ride setzt sich die Kuppe wesentlich besser ab als beim kleineren Bruder. Auch das gleichfalls kurze Sustain fällt etwas länger aus. Der Grundton ist nochmals eine Spur dunkler, die An­sprache fällt noch ein wenig direkter aus.
Die beiden Crashes in 16- und 18 Zoll ­haben ein dünnes Profil und bieten durch die weiche Ansprache ein angenehmes Spiel­gefühl. So schnell sie auch ansprechen: Umso schneller klingen sie wieder ab. Der Grundton ist tief, und es entsteht ein deutlicher, trashiger Klang beim Durchcrashen.

Zildjian K Custom Series: Löcher für mehr Schärfe

Wesentlich schärfer als bei den übrigen ­Modellen geht es beim Trash China in 18 Zoll zur Sache. Es ist mit kleinen und mittel­großen Löchern, den sogenannten Cut-Outs, ausgestattet und hat ein ­extradünnes Profil. Das Attack ist schnell, scharf und laut. Das Sustain fällt nochmals ein wenig kürzer aus als bei den übrigen ­Becken der Special-Dry-Serie, die keine ­Löcher besitzen. Obwohl deutlich heller, ­gesellt sich auch hier ein trashiger Unterton hinzu. Es ist bestens geeignet für kurze schnelle Akzente, weniger jedoch für ­durchgängiges Ancrashen.

Das letzte Becken im Bunde ist das zehn Zoll große Splash, das rasch mit dunklen, weichen Obertönen anspricht und mit schnellem Sustain abklingt. Es eignet sich für feine und dezente Akzente. ­Drummer, die nach diesen speziellen Klängen suchen, kommen auf ihre Kosten. Allerdings muss man beim Sustain Kompromisse eingehen, denn dieses fällt bei allen Exemplaren der Serie äußerst kurz aus. Die Becken sprechen gut an, sind aber vor­wiegend in mittleren Lautstärken zu Hause. Für Pop, Rock und Metal dürften sie nicht die erste Wahl sein, aber möglicherweise eine Bereicherung von Stilarten wie Funk, Gospel oder Jazz.    

Die Zildjian K Custom Series im Überblick

  • weiche, dunkle Tongebung
  • trockene Ansprache
  • sehr kurzes Sustain
  • Material: B20
  • Herstellung: handgehämmert
  • Vertrieb: M&T
  • Kontakt: musikundtechnik.de

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